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Ofenmodell mit Reliefdarstellungen von Szenen mit 'Minnesklaven'

Ident. Nr.: 1875,687

ObjID: obj:2020649

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Meister HGD,
Hafner
Date(s)
datiert 1559
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 32,2 x 15 x 12,7 cm

Object Description

Das künstlerisch bedeutendste Exemplar des Sammlungsbestandes an Ofenmodellen im Berliner Kunstgewerbemuseum ist dieses durch Graphit geschwärzte, 1559 datierte und mit dem ligierten Monogramm HGD bezeichnete Modell für einen Aufsatzofen. Es zeigt an den Seiten des Unter- und des Oberbaus sechs Szenen mit Darstellungen von ‚Minnesklaven‘, die der List und Macht von Frauen unterliegen: Am Unterbau erscheinen in vier fast vollplastisch ausgeführten Reliefs Simson und Delila, Bathseba im Bade, Aristoteles und Phyllis sowie Salomons Götzendienst. An den Längsseiten des Aufsatzes sind der Zauberer Virgil im Korbe und die Ehebrecherin mit dem Mund der Wahrheit (Bocca della Verità) dargestellt, nur diese beiden Szenen sind zusätzlich durch Inschriften kommentiert. Die beiden oberen Schmalseiten des Modellofens zeigen Wappenschilde mit Helm und Kleinod, jenes mit nach links gewendeten feuerspeienden Greifen ist bislang ungedeutet, das gespaltene mit steigendem Löwen und drei Lilien gehört der Nürnberger Patrizierfamilie Busch.
Den Darstellungen von Simson und Delila, Salomons Götzendienst sowie Aristoteles und Phyllis dienten im Jahre 1545 bzw. um 1538 entstandene Kupferstiche von Hans Brosamer (1495–1554) als Vorbilder, die Bathseba im Bade dagegen wurde nach einem Stich des Jakob Binck (1490 oder 1504–1569) gestaltet, und die Vorlage für die Szene mit dem Mund der Wahrheit nach der Virgil-Sage war 1533/34 von Georg Pencz (um 1500–1550) geschaffen worden. Für die Darstellung des Virgil im Korbe konnte bislang noch keine Kupferstichvorlage nachgewiesen ist. LL

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa