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Prunkschatulle

Ident. Nr.: 1897,9

ObjID: obj:2021273

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Giovanni Battista Foggini (25.4.1652 - 12.4.1725),
Bildhauer*in
Ausführung: Leonardo van der Vinne ( - 1713),
Steinschneider*in
Date(s)
um 1690 - 1695
Dimensions
Breite: 56 cm

Object Description

Diese Prunkschatulle ist in tiefschwarzem Ebenholz ausgeführt, vor dem ihr Schmuck aus vergoldeten Bronzen und leuchtend farbigen Pietra-Dura-Bildern (sogenanntes Florentiner Mosaik) eindrucksvoll zur Geltung kommt. Die zarten Reliefs der Steintafeln zeigen Vögel, Schmetterlinge und kleine Insekten, umgeben von Früchten, Blüten und Rankenornament. Die glänzend polierten Halbedelsteine erinnern mit ihrem Schmelz an farbige Wachsreliefs. Das Innere der Schatulle ist vollständig mit Einlegearbeiten aus Holz (Marketerien) ausgekleidet, so prangt im Zentrum des Deckels ein Korb mit einer Vielzahl unterschiedlichster Blüten.
In ihrer Raffinesse steht diese Arbeit von Leonardo van der Vinne (gest. 1713) der Kunst seiner Kollegen in den berühmten großherzoglichen Steinwerkstätten von Florenz nicht nach.
ASt

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa