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Walzenkrug mit Chinoiserien

Ident. Nr.: HF 16

ObjID: obj:2021283

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Höroldt, Johann Gregorius (6.8.1696 - 26.1.1775),
Porzellanmaler
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Ausführung: Elias Adam (um 1669),
Goldschmied*in
Date(s)
1725
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Meißen
Dimensions
Höhe: 17,5 cm

Object Description

In Sachsen gelang es 1708 Johann Friedrich Böttger (1682–1719) und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651–1708), langwierige Versuche zur Herstellung von Porzellan mit Erfolg zu krönen. König August der Starke (reg. 1694–1733) gründete daraufhin 1710 in Dresden die erste europäische Porzellanmanufaktur, deren Produktionsstätte auf der Albrechtsburg in Meißen eingerichtet wurde.
Dieser Walzenkrug gehört zu ihren frühen Meisterwerken. Gefäßtypus und Montierung erinnern an herkömmliches Tafelgerät aus Edelmetall. Die farbige Porzellanmalerei dagegen war, wie die Porzellanmasse, nicht nur ein technisches Novum, sondern sie folgte auch im exotisch-verspielten Dekor den damals modischen Chinoiserien – eine imaginierte Welt des Fernen Ostens (Abb. Detail S. 50). Der berühmte Porzellanmaler Johann Gregorius Höroldt (1696–1775) machte den Meißner Stil zum Vorbild für die nachfolgenden Manufakturen. LG

Last updated: 18.08.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa