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Mithridates-Teller aus dem ›Service iconographique grec‹

Ident. Nr.: W-1988,93

ObjID: obj:2021479

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Porzellanmanufaktur Sèvres (gegr. 1738/56),
Hersteller*in
Date(s)
1811/1815
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Sèvres
Material / Technique
Porzellan, bemalt und vergoldet
Dimensions
Durchmesser: 23,5 cm

Object Description

Die Manufaktur von Sèvres bei Paris war berühmt für ihre Porzellanmalerei. Das ›Service iconographique grec‹ ist ein typisches Beispiel für den unter Napoleon I. (reg. 1799/1804–1814/15) repräsentativ gewordenen Empirestil.
Im Spiegel des hier abgebildeten Tellers erscheint das Idealporträt des antiken Herrschers Mithridates VI. (um 134–63 v. Chr.) wie eine Kamee. Auch auf der ›Fahne‹, dem erhöhten Tellerrand, imitiert die Malerei einen Edelstein: Das unregelmäßig aufgetragene Kobaltblau in Unterglasur lässt den Teller wie aus Lapislazuli gefertigt erscheinen. Alle Teile des Services sind zudem fein vergoldet, die Dargestellten mit Namensinschrift en versehen. Als grafisches Vorlagenwerk für die Bildnisse antiker und mythologischer Herrscherfiguren diente das von Ennio Quirino Visconti (1751–1818) verfasste Werk Iconographie grecque von 1808. LG

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa