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Collier, Brosche und Haarstecker

Ident. Nr.: W-1971,89 a-f

ObjID: obj:2025218

Details (expert)

Date(s)
um 1840
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technique
Gold, Perlen, Smaragde, Rubine
Dimensions
Länge: 53 cm (Collier), Höhe Brosche 4,8 cm, Höhe Haarstecker 4,3 cm

Object Description

Doppelläufige Ketten aus runden, mittels Spangen verbundenen Gliedern vereinen fünf kleine und eine große Kartusche zu einem Halsschmuck. Blatt- und Rollwerk, von einer Muschel bekrönt, rahmt in den einzelnen Kartuschen das Schildfeld aus Flussperlen und einem zentralen Rubin. Das Mittelteil der größten Kartusche und der Perlenbesatz der beiden Haarnadelagraffen sind zusätzlich von einem Kranz kleiner Smaragde umgeben. Ein gesonderter Anhänger ist mit Kettchen am Mittelstück befestigt und kann mit der Brosche verbunden werden.
Diese ›Parure‹ (eine Gruppe zusammengehöriger Schmuckstücke) zeigt die für das späte Biedermeier typische Kombination von Elementen unterschiedlicher Stilepochen. Die Ketten zitieren die Formensprache der Renaissance, während sich die Kartuschen an Ornamentformen des Rokokos orientieren. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa