Logo

Griechische Prinzessin "Europa" auf dem Stier - Figur der Braut aus dem "Hochzeitszug"

Ident. Nr.: WA Por 23

ObjID: obj:2025244

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Adolph Amberg (1874–1913)
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763)
Date(s)
Ausführung: Modell 1909, Ausformung 1911, Bemalung um 1911/12
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe: 40 cm

Object Description

Der Bildhauer Adolph Amberg (1874–1913) entwarf 1904/05 für die Verlobung des preußischen Kronprinzen Wilhelm (1882–1951) mit Cecilie von Mecklenburg-Schwerin (1886–1954) einen aus Figuren, Schalen und Leuchtern bestehenden Tafelaufsatz, der wohl in Silber ausgeführt werden sollte. Im Zentrum stehen die Personifikationen des Brautpaares als Europa auf dem Stier und als reitender antiker Held. Vertreter der ganzen Welt, heutiger und vergangener Kulturen, nähern sich huldigend in einer kunstvoll arrangierten Choreografie.
Nachdem Kaiserin Auguste Viktoria (1858–1921), die Mutter von Kronprinz Wilhelm, den Entwurf abgelehnt hatte, erwarb die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin die Modelle und setzte sie seit 1908 sukzessive um. Der in Unterglasurfarben bemalte Zug wurde erstmals komplett auf der Großen Berliner Kunstausstellung 1911 gezeigt. // LG // Im Bestand des Kunstgewerbemuseums ist der komplette Figurenaufsatz erhalten. // ClKa

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa