Logo

Relief aus dem Grab der Hetepet: Fahrt durch das Papyrusdickicht

Ident. Nr.: ÄM 15420/01

ObjID: obj:2026439

Details (expert)

Creator/Entity
Oskar Hermann Deibel (1893),
Mäzen*atin
Date(s)
6. Dynastie
Additional titles
Collection title: Relief aus dem Grab der Hetepet: Fahrt durch das Papyrusdickicht
Translation: Relief from the tomb of Hetepet: ride through the papyrus thicket
Translation: Relief Depicting the Deceased Hetepet Shipping through Papyrus Thicket
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 38 x 74 x 8 cm

Object Description

Ein Jenseits, das dem Diesseits gleicht, war der beherrschende Gedanke altägyptischen Totenglaubens. Durch den Bau eines "Hauses für die Ewigkeit" (Grab) und in der Darstellung des irdischen Besitzes auf den Grabwänden, in Szenen der Landwirtschaft und Viehzucht, Jagd und Bootsfahrten, verwirklichten sich diese Vorstellungen. Durch magische Riten konnten alle steinernen Bilder belebt und somit für den Toten Realität werden.
Kühl und schattig war es im Dickicht des Papyrus; hier suchte der vornehme Ägypter Erholung, fuhr im Nachen auf dem Nil, durch Kanäle und über Seen und Teiche, jagte mit dem Wurfholz Vögel und mit dem Speer Fische oder erfreute sich an der Natur wie Hetepet auf diesem Relief. Sie steht im Papyrusboot, ein Kranz von Lotosblütenschmückt ihr Haar: Auch in den Händen hält sie Blüten und riecht an einer, denn der Duft des Lotos war erfrischend und für den Ägypter gleichbedeutend mit Leben. Ein Diener stakt mit einer langen Holzstange den Nachen über das Wasser. Zwei Mädchen sorgen für das Wohl ihrer Herrin: Die eine kniet zu ihren Füßen, die andere reicht ihr eine Erfrischung. Eine Vielzahl verstreut dargestellter Lotosblüten deutet die Landschaft an.
(Ingeborg Müller)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Hieroglyphischer Papyrus mit dem Totenbuch der Hausherrin Keku

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper