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Gott mit erhobenem Arm

Ident. Nr.: VA Bab 03135

ObjID: obj:2028072

Details (expert)

Dating
7. Jahrhundert vor Christus
Periode: Neubabylonisch
Geographical references
Babylon,
Vorderasien
Dimensions
Höhe: 16 cm
Breite: 7,5 cm
Dicke: 4,5 cm

Object Description

Männliche Gottheit mit erhobenem Arm. Die handgeformte Figur ist mit einem glatten, lang herabfallenden Gewand bekleidet, das in der Taille von einem eingeritzten Gürtel gehalten wird. Auf dem Kopf sitzt eine abgerundete Krone mit drei Hörnerpaaren, die in den Vertiefungen noch blaue Farbreste erkennen läßt. Das fein ausgearbeitete Gesicht, das von einem schmalen Haarkranz eingefaßt wurde, zeigt dünn umrandete Augen, bogenförmige Augenbrauen und flache Ohren; der kleine Mund mit der ausrasierten Unterlippe ist geschlossen. Der gitterartig stilisierte Vollbart bedeckte die Wangen bis zum Jochbein; der Haarschopf, der in der gleichen Weise gemustert ist wie die Barttracht, wird im Nacken zu einem dreiteiligen Knoten festgesteckt. Während der rechte Arm angewinkelt nach oben erhoben ist, weist der linke schräg nach unten, wobei die geballte linke Hand auf dem Oberschenkel ruht. [Nadja Cholidis]

Last updated: 22.07.2026

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Institution:

Vorderasiatisches Museum

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Fassade des Innin-Tempels des Karaindasch (Ausschnitt)

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Im Verlauf der Arbeiten entlang der Ziegelmauer um das Heiligtum Eanna in Uruk stießen die Ausgräber auf einen Mauerwinkel, in dem unvermutet Reste eines kleinen Tempels zutage traten. Der rechteckige Bau mit kleinem Vorhof und größerer Cella hatte die Maße von etwa 22,5 zu 17,5 Metern, besaß stark betonte Gebäudeecken und war an den Außenwänden mit einer Nischenfassade versehen. In unmittelbarer Umgebung fanden sich Reste vieler Formziegel, deren erkennbare Einbindung ins Mauerwerk sie als Zierstücke der Außenwand auswies. Beim Zusammenfügen ergab sich so eine Art nischenartig gegliederte Blendfassade, deren vorspringende Teile mit halbrunden Symbolen und geschlängelten Bändern verziert waren, während in den Nischen Figuren gestanden hatten. Einer der Ziegel gab inschriftliche Auskunft über den Bauherrn. Ein König Kara-indasch hatte den Tempel für die Göttin Inanna von Uruk errichten lassen. Überlieferte Königslisten gestatten die Datierung des Bauwerks um das Jahr 1413 v. Chr. Kara-indasch gehörte zur Dynastie eines „Kassiten“ genannten Bergvolkes, das damals über Babylonien herrschte, aber weitgehend assimiliert wurde und die babylonischen Traditionen aktiv fortführte. Ein Ausdruck dieses Traditionswillens ist letztlich auch der hier beschriebene Tempel, der der schon seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verehrten Göttin geweiht war. Die eine Berglandschaft wiedergebenden gerundeten Symbole an der Wand und auf den Gewändern der Figuren weisen noch auf die Herkunft der Dynastie hin. Die Figuren selbst, durch Hörnerkronen als Götter kenntlich, stehen ganz in mesopotamischer Tradition. Es sind abwechselnd nicht namentlich bekannte weibliche und männliche Götter, deren Hände Wasserflaschen halten, aus denen belebendes Nass in Strömen zur Erde fließt. Der groben Struktur der Ziegel angemessen, erscheint die Darstellung der Götter schematisch und vereinfacht. Das Wesentliche des Ausdrucks einer göttlichen Gewalt ist aber erfasst und erstaunlich gut in den Proportionen mit den Erfordernissen der Fugentrennung in Einklang gebracht. Kappe, Gesicht, Schultern und Arme werden durch die Fugen nicht gestört. Andere Details, wie der Fluss der Haare, sind kaum beeinträchtigt. Bemerkenswert ist die Verbindung des der Flasche entströmenden Wassers beim Übergang von der Halbplastik zur Fläche der Wand. Es wird deutlich, dass der Ausführung eine wohldurchdachte Modellplanung zugrunde lag. Wandverzierungen mit Formziegeln sind seit altbabylonischer Zeit nachweisbar. In figürlicher Gestaltung, wie überhaupt in Verbindung mit der Bauform des Tempels, ist dieses Architekturbeispiel jedoch in Vorderasien bisher der früheste Beleg. [Joachim Marzahn]