Logo

Toilettetisch

Ident. Nr.: 1897,232

ObjID: obj:2030571

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Charles Plumet (1861 - 1928)
Entwurf: Tony Selmersheim (1871 - 1971)
Date(s)
1896-1897
1895/96 (?)
Geographical references
Dimensions
Breite: 165 cm

Object Description

Der Architekt Charles Plumet (1861–1928) und der Möbelhersteller Tony Selmersheim (1871–1971) arbeiteten im Verbund der Gruppe L’Art dans Tout (»Die Kunst in Allem«), die in Paris zwischen 1896 und 1901 den Stil des Art Nouveau (Jugendstil) als eine dem modernen Leben adäquate soziale Kunst propagierte. In Berlin offerierte das Hohenzollern Kunstgewerbehaus in der Leipziger Straße die aktuellsten Pariser Schöpfungen. Dieses in kostbarem exotischem Satinholz gehaltene Exemplar des Toilettetisches wurde dort 1897 zusammen mit einem verschollenen Stuhl und einer Toilettegarnitur aus Glas – sie gehören zu einem gemeinsam mit dem Textilausstatter Félix Aubert (1866–1940) präsentierten Boudoir (Ankleidezimmer) – als vorbildhaftes Beispiel für das Museum erworben.
ASt

Last updated: 26.03.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa