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Fragment eines Tuches oder einer Decke mit Noppenmuster

Ident. Nr.: 9137

ObjID: obj:2037165

Details (expert)

Dating
4./5. Jahrhundert
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Dimensions
Höhe: 82 cm
Breite: 59 cm

Object Description

Kennzeichnend für großformatige rechteckige Tücher oder Decken aus der Spätantike, unabhängig von ihrer Funktion, ist die symmetrische Aufteilung des Dekors. Er besteht in der Regel aus Fransen an den Schmalseiten, durchbrochenen und gemusterten Streifen parallel dazu, sowie großen Kreisen, Rosetten, Quadraten oder ähnlichen Motiven in den vier Ecken, manchmal auch in der Mitte des Gewebes. Bei diesem Fragment handelt es sich folglich um den linken oberen oder rechten unteren Teil einer Decke mit einem Grundgewebe aus ungefärbtem Leinen und Verzierungen aus farbiger Wolle in Noppentechnik. Links ist eine Webekante erhalten, oben ein Fransenabschluss. Durch eine schlichte dunkle Linie abgesetzt durchziehen ein durchbrochener Streifen und darunter – um einige Zentimeter abgesetzt – wiederum zwei schmale, eingewebte Streifen aus dunkler Wolle das Gewebe. In gleichmäßigem Abstand folgen dann zwei Streifen in Noppentechnik. Die dunklen Wolleinträge sind größtenteils ausgefallen; aus den wenigen Resten und den Negativformen lässt sich jedoch ein Spiralbandmuster rekonstruieren. Unterhalb der Streifen ist ein großer Kreis eingearbeitet. Er ist von einer braunen Randlinie, die eine gleichfarbige, achtzackige Sternrosette auf hellem Grund im Inneren umschließt. Zwischen den Zacken liegen dunkle Punkte. In der Mitte umgeben drei gelbe und fünf weiße Punkte einen kleinen Kreis in heller Umrandung mit einem gelben Henkelkreuz als zentralem Motiv.

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kruzifixus

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Das Kruzifix stammt mit größter Wahrscheinlichkeit aus der Stabkirche von Vang im Valdres-Tal (Oppland, Norwegen), die der Maler Johan Christian Dahl am 18. Januar 1841 für den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erwerben ließ. Der König wollte die Stabkirche zunächst auf die Pfaueninsel unweit seiner Potsdamer Residenz versetzen. Doch bereits im Winter 1841/42 entschied Friedrich Wilhelm IV., die Kirche nicht als Baudenkmal in Hauptstadtnähe, sondern als Gotteshaus im schlesischen Riesengebirge in Brückenberg (Karpacz Górny) in der Nähe seiner Sommerresidenz Erdmannsdorf (Mysłakowice) wieder aufbauen zu lassen. Von den beweglichen Ausstattungsstücken begleiteten lediglich zwei Leuchter die Kirche nach Schlesien. Es ist unklar, was mit den weiteren Werken aus Norwegen geschah. Sicher ist, dass Friedrich Wilhelm IV. 1845, das Kruzifix als Geschenk an die Kunstkammer überwiesen hat, von wo aus es später in den Besitz des Deutschen Museums überging. Die zeitliche Nähe dieser Schenkung zu der überlieferten Lagerung des Vanger Kruzifixes in Berlin, die Tatsache, dass es sich um königlichen Privatbesitz handelte und die Singularität einer norwegischen Skulptur in den Königlichen Museen lassen keinen anderen sinnvollen Schluss zu, als dass es sich bei Inv. 364 um das Kruzifix aus Vang handelt.Das Kruzifix ist schwer einzuordnen. Sämtliche Details gehören dem 13. Jahrhundert an, sind aber sehr roh und eigentlich kaum verstanden, wie Tuchfalten, Oberkörper und Gesicht demonstrieren. Unter den erhaltenen norwegischen Werken findet sich keines mit einer über Motive hinausgehenden Verwandtschaft. Der erhobene Kopf und die gezackten Locken sind ohne Parallele. Es fragt sich angesichts des ausgeprägten Zickzackverlaufs der Haare und der zeichenhaften Ausbildung des Oberkörpers, ob dem Schnitzer nicht eine Buchmalerei als Vorlage gedient hat, wo gerade diese Elemente besonders ausgeprägt waren. Überhaupt scheint es, als wäre der Bildschnitzer ungeübt im Schnitzen eines Kruzifixus gewesen, hätte aber streng nach einer Vorlage aus dem 13. Jahrhundert gearbeitet. Diese Arbeitsweise spricht jedoch auch gegen die im 19. Jahrhundert übliche Vorgehensweise neugotischer Bildschnitzer. Außerdem muss das Werk deutlich vor 1840 entstanden sein, da es damals keine liturgische Funktion mehr in der Stabkirche hatte. Gemeinsam mit den technologischen Befunden, vor allem zur Fassung (keine älteren Reste unter der heute sichtbaren), und den Erwerbungsumständen bleibt daher nur der Schluss, dass es sich um eine Arbeit der Zeit vor 1800, vielleicht des 18. Jahrhunderts handelt, bei der ein möglicherweise beschädigtes Kruzifix des 13. Jahrhunderts nachgeahmt wurde. Solche Fälle sind im Norwegen des 17. und 18. Jahrhunderts nicht selten.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)