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Behangfragment mit Figur

Ident. Nr.: 9230

ObjID: obj:2037193

Details (expert)

Dating
verbale Datierung: 4.-6. Jahrhundert
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Dimensions
Höhe x Breite: 114 x 36 cm (Höhe rekonstruiert)

Object Description

Die beiden Fragmente gehören zu einer großen, in dunkelbraunem Farbton wiedergegebenen Figur, von der Oberkörper sowie Füße mit der unteren Gewandpartie erhalten sind. Mit dem erhobenen rechten Arm schwingt sie ein Paar Krotalen über den geneigten Kopf, den eine gelb-rot gestreifte Kopfbedeckung, vermutlich ein Kranz, über einer schraffierten Wellenfrisur krönt. Von der linken Schulter verläuft ein grünes Gewand schräg über den Oberkörper und lässt dabei die rechte Brust frei. Die Bewegung des Oberkörpers und die Stellung der Füße, die unter dem bis zu den Knöcheln reichenden Gewand hervorlugen, geben die dargestellte Person als Tänzer zu erkennen. Ähnliche Figuren sind in verschiedenen Sammlungen [z. B. in Antwerpen, The Phoebus Foundation, Inv. Nr. KTN 531 (DM 51); Recklinghausen, Ikonenmuseum, Inv. Nr. 522; Chemnitz, Kunstsammlungen, Inv. Nr. Ko 200] zu finden. Sie folgen einer gemeinsamen ikonographischen Tradition. Allen gemeinsam sind die rekonstruierte Größe von ca. 110 cm, die dunkle Wiedergabe der Körper, die Löckchen- oder Wellenfrisur, die übergroßen Augen u. a.; einige tragen Girlanden über einer Schulter, andere musizieren. Die dunkle Hautfarbe nimmt nicht, wie mitunter geäußert wurde, Bezug auf den ethnischen Hintergrund der Dargestellten. Sie ist vielmehr ein stilistisches Merkmal der spätantiken Epoche und bei vielen figürlichen Darstellungen auf Textilien belegt.
Die Berliner Tänzerfigur wurde erstmals im Katalog von O. Wulff und W. F. Fritz Volbach, Spätantike und koptische Stoffe aus ägyptischen Grabfunden in den Staatlichen Museen, Berlin 1926, publiziert (S. 9, Taf. 44). Volbach deutete sie als Mänade, eine weibliche Gestalt aus dem Gefolge des Gottes Dionysos. In der Tat ist es schwierig, das Geschlecht der androgyn wirkenden Person zu bestimmen. Krotalen sind typische Attribute weiblicher Tänzer. Allerdings tragen diese in der Regel Ohrgehänge, welche hier fehlen. Um den Oberkörper gewickelte Kleidungsstücke, die eine Brusthälfte frei lassen, kommen sowohl bei weiblichen als auch männlichen Figuren vor.
Solche Gestalten in entsprechender Größe gehörten zum Dekor von Wandbehängen oder Vorhängen. Sie wurden unter Bögen einer Säulenreihe, zwischen Pfeiler oder breite, senkrechte Borten platziert, wie einige größere Fragmente belegen (z. B. Riggisberg, Abegg-Stiftung, Inv. 141; London, British Museum, Inv. EA 43049).

Cäcilia Fluck (2017)

Last updated: 23.03.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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