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Deckelpokal mit Bacchanten

Ident. Nr.: O-1980,166 a,b

ObjID: obj:2041242

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Johann George Hossauer (5.10.1794 - 14.1.1874),
Goldschmied*in
Entwurf: Karl Friedrich Schinkel (1781 - 1841)
Date(s)
1828
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Material / Technique
Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, graviert
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 38 x 15,2 cm

Object Description

Der Pokal entstand nach einer Vorlage Karl Friedrich Schinkels, die in dem ab 1821 erschienenem Druckwerk "Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker" verbreitet worden war. Umlaufend um den Nodus erscheint eine antikisch gewandete Gruppe von Figuren mit einem Eber, um die Kuppa läuft ein durch Bacchanten, Mänaden und Tiere belebter Akanthusfries. Dem Entwurf Schinkels wurde bei dieser Ausführung ein Deckel mit Pinienzapfenknauf hinzugefügt. Auf dem Fuß erscheint die Inschrift: "IHREM VORMUNDE DIE DANKBAREN MÜNDEL MDCCCXXVIII". Wahrscheinlich sind die figürlichen Teile des Pokals durch Leonhard Posch modelliert worden. Die Ausführung erfolgte laut Beschauzeichen (Scheffler 381) durch Johann George Hossauer. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa