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Freimaurergruppe

Ident. Nr.: HF 227

ObjID: obj:2046855

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Johann Joachim Kaendler (1706 - 1775),
Modelleur*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Manufaktur
Date(s)
1744/45 (Ausformung)
1742 (Modellentwurf)
Dimensions
Höhe: 23 cm
Breite: 24,2 cm

Object Description

Zwei Männer, durch Schürze, Mauerwerk, korinthisches Kapitell und Maurerkelle als Freimaurer zu erkennen, sind um einen Globus gruppiert. Der Stehende legt den Finger auf den Mund und weist damit auf die Verschwiegenheit des Bundes hin. Mit einem Zirkel misst er die Welt aus, ein Hinweis auf das aufklärerische Weltbild des Freimaurertums. Der Sitzende ist an dem goldenen Winkel vor der Brust sowie den in Zöpfen geflochtenen Haaren als "Meister" zu erkennen.
Johann Joachim Kändler schuf seit 1740 verschiedene Meißener Figurenmodelle mit Bezug zur Freimaurerthematik, obwohl der Orden durch eine Bulle von Papst Clemens XII im Jahr 1738 verboten worden war und König August III. von Sachsen sich diesem Verbot angeschlossen hatte. Kurz darauf war der Mopsorden als vermeintliche, den Freimaurerorden aber persiflierende Alternative gegründet worden. Daher finden sich bei den Schöpfungen Kändlers Kombinationen von Freimaurer- und Mopsmotiven. Bei anderen Versionen der vorliegenden Freimaurergruppe liegt ein Mops auf dem Boden. Bei einem zweifigurigen Ensemble bilden eine Dame vom Mopsorden und ein Kavalier des Freimaurerordens ein Paar.
ClKa

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa