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Madame Véry Restaurateur. Palais Royal a Paris

Ident. Nr.: KdZ 4389

ObjID: obj:2047154

Details (expert)

Involved
Ausführung: Thomas Rowlandson (1756.07),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: 1814
Dimensions
Blattmaß: 15,5 x 23,8 cm

Object Description

»Véry« war zu jener Zeit eines der renommiertesten Pariser Speiserestaurants. Es befand sich im Palais Royal. Auf dem Aquarell thront die ungewöhnlich dicke und herausfordernd zurechtgemachte Chefin des Hauses vor einer Spiegelwand hinter ihrem Rezeptionstisch. Neben ihr sitzt eine ältliche, hagere Frau, die ähnlich gekleidet und fast identisch frisiert ist.
Der Spiegel reflektiert die mächtige Rückseite der tiefdekolletierten Madame Very. Das Aquarell bildet die Vorlage für eine gegenseitige, ziemlich grob kolorierte Radierung, die am 1. Januar 1814 bei dem Londoner Karikaturen-Verleger Thomas Tegg erschien. Offenbar wurde sie von Rowlandson und John Nixon gemeinschaftlich bearbeitet. Sie ist u. l. »Rowlandson scul.« und u. r. »JN« signiert; o. r. trägt sie eine Nummer. Ein hierzu bekanntes Gegenstück mit dem Titel »La belle Liminaudiere [Limonadère] au Cafee de Mille Collone, Palais Royale, Paris« ist gleichzeitig mit ihm erschienen und auf demselben Papierbogen abgedruckt. Obwohl auch hier Rowlandson vermutlich mitgearbeitet hat, wird auf dem zweiten Druck nur der Name John Nixons (JN) genannt. Auf beiden Radierungen fehlt das eindeutige »delineavit« als Hinweis auf den Entwurfskünstler. Sowohl Grego als auch George hielten offensichtlich (in Unkenntnis unseres Aquarells) jenen in beiden Fällen für den Autor der den Platten zugrunde liegenden Zeichnungen, während sie in Rowlandson nur den ausführenden Radierer sahen. John Nixon (ca. 1750–1818) war ein mit Rowlandson befreundeter und sehr stark unter seinem Einfluß arbeitender Amateur-Landschaftsmaler und Karikaturist, der es nach 1800 im Bereich der Karikatur zu großer Professionalität gebracht hat und ein geschickter Zeichner gewesen sein muß.
Geht man davon aus, daß unsere Zuschreibung an Rowlandson zutrifft – und die hohe Qualität des Aquarells läßt solches vermuten – muß sich dieser gegen
Ende 1813 in Paris aufgehalten und dort das Blatt vor Ort gezeichnet haben. Hayes erwähnt unser Aquarell als authentische Zeichnung Rowlandsons und hebt auch deren seiner Meinung nach eigenhändige Aufschrift hervor.

Text: Sigrid Achenbach in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 338f., Kat. VI.40 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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