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Koppchen mit Untertasse

Ident. Nr.: 1937,6 a,b

ObjID: obj:2049360

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
zugeschrieben: Johann Christoph Horn (1698 - um 1760),
Maler*in
Date(s)
um 1723
Provenance
Otto Weißenberger,
bis 24.-26. Februar 1937
Auktion: Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus,
24.–26. Februar 1937 (Auktion 2111)
Kauf: Erich Wolf,
24.-26. Februar 1937 bis 12. März 1937
Dimensions
Höhe: 3,9 cm (Koppchen)
Durchmesser: 12,1 cm (Untertasse)
Acquisition
Im März 1937 geschenkt von Erich Wolf, Guben.

Object Description

Auf der Außenwandung des Koppchens umlaufender Terrainstreifen, auf der einen Seite mit gestikulierendem Chinesenpaar, auf der anderen Seite mit einer Chinesin, die eine Fruchtschale hält. Dazwischen "indianische" Blütenstauden und ein Zaun. Auf der Untertasse sind zwei Chinesen bei der Ernte von Früchten dargestelllt. Dabei handelt es sich wohl nicht, wie von S. Bursche, vermutet, um Melonen oder Trauben, sondern vielmehr um Kakaofrüchte. Wie Matthias Weiß in dem Katalog "Wechselblicke" zu recht schreibt, erinnern die Früchte tatsächlich an Kakaofrüchte, die an Bäumen hängen. Da heiße Schokolade neben Tee und Kaffee zu den neuen, exotischen Luxus-Heißgetränken der Aristokratie zählte, ist dieses Motiv sinnfällig - auch wenn Kakao aus Mittel- und Südamerika und nicht aus China importiert wurde. Vgl. den von Dr. Stefan Bursche 1980 bearbeiteten Bestandskatalog der Meißener Porzellansammlung des Kunstgewerbemuseums Berlin (S. 182, Kat. Nr. 139) sowie den Ausstellungskatalog "Wechselblicke. Zwischen China und Europa, 1669-1907", hg. von Matthias Weiß u.a., Ausst. Kunstbibliothek SMB 2017, S. 234.
Marke: Aeskulapstab und Gitterfeld
ClKa

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa