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Adorationsszene

Ident. Nr.: VA 04237

ObjID: obj:2066662

Details (expert)

Dating
1850−1595 vor Christus
Periode: Altbabylonisch
Geographical references
Assur,
Vorderasien
Material / Technique
Stein-Hämatit
Dimensions
Höhe: 1,9 cm
Durchmesser: 1 cm

Object Description

Die Abrollung des gut erhaltenen, an seinen Rändern nur minimal beschädigten Siegels bildet die Anbetung zweier Götter ab. Beide Götter wenden sich nach links. Eine der beiden Gottheiten lässt sich aufgrund der Säge, die er in der vorgestreckten Rechten hält, sicher als Schamasch ‒ der Gott der Sonne, Rechtsprechung und Gerechtigkeit ‒ ansprechen. Er trägt ein langes geschlitztes Gewand und stützt das vorangestellte Bein auf einem nicht näher zu deutenden Objekt auf. Auf dem Kopf trägt er, als Zeichen des göttlichen Status, eine mehrfache Hörnerkrone. Zu ihm tritt ein Beter in einem langen, ebenfalls geschlitzten Gewand mit verzierten Fransensäumen. In seiner Linken hält dieser als Opfertier ein Zicklein oder ein Lamm. Auf dem Kopf trägt der bärtig dargestellte Beter eine halbrunde Kappe.
Der zweite Gott ist ganz ähnlich wie Schamasch gekleidet und auch die Haltung, die er einnimmt, ist identisch. Im Gegensatz zu Schamasch jedoch stützt er sein vorangestelltes Bein auf einen klein dargestellten Schlangendrachen - den sogenannten Muschchuschu. Da dieser Begleiter verschiedener mesopotamischer Götter ist, kann der dargestellte Gott nicht eindeutig benannt werden. In der vorgestreckten Rechten hält der Gott Ring und Stab als Würde- und Machtinsignien. Oberhalb dieser ist eine Sonnenscheibe in einer Mondsichel dargestellt. Vor die Gottheit treten zwei kahlköpfige Beter. Der erste Beter trägt einen langen Mantel mit fransenverzierten Säumen. Seine rechten Hand erhebt er im Gebetsgestus. Der zweite Beter hinter ihm trägt einen länglichen Gegenstand in der Rechten und ein Henkelbehältnis in der Linken. Er scheint nur mit einem kurzen Schurzrock bekleidet zu sein.
Das Siegelbild wird am unteren Rand von einer einfachen Randleiste begrenzt. [Anja Fügert]

Last updated: 22.07.2026

Contact

Institution:

Vorderasiatisches Museum

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Urkunde: Liste von Wagenlenkern

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Diese Keilschrifttafel wurde bei Ausgrabungen in Assur (dem heutigen Qal‘at Sherqaṭ) gefunden. Darin wird protokolliert, wie der Inspektor Ame-Atar die Wehrtauglichkeit von neun, als Tribut abgegebenen Streitwagengespannen überprüft. Unter dem Namen und Titel des Kommandeurs steht eine Liste, welche die Namen, Rangbezeichnungen und die Heimatorte der Gestellungspflichtigen sowie die Zahl und Art der gelieferten Ware beinhaltet. Die Beschreibungen der Tiere sind sehr detailliert und kategorisieren sie als tauglich oder untauglich. Neben 19 Pferden (akkadisch sisû) wird auch ein Esel (sumerisch ANŠE, akkadisch imēru) erwähnt, der eigentlich nicht beim Streitwagen eingesetzt wurde. Der Esel sollte vielleicht Vorräte für die Expedition tragen oder aufgrund seines besonderen Schutzinstinktes zur Beruhigung der Pferde mitgeführt werden.------The cuneiform tablet reports Inspector Ame-Atar's examination of the condition of nine war chariot teams presented as tribute. It lists the name and title of the commander, as well as names, ranks and hometowns of the conscripts and the number and type of goods supplied. The descriptions of the animals, categorised as suitable or unsuitable, are very detailed. In addition to19 horses (Accadian sisû), a donkey (Sumerian ANŠE, Accadian imēru) is also mentioned. The donkey was part of the convoy to carry supplies or, due to its protective nature, to protect and calm down the horses.(A. Valsecchi Gillmeister)

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

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Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]