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Borte mit Reiterdarstellung und Rosette in Medaillons

Ident. Nr.: 6899

ObjID: obj:2223241

Details (expert)

Creator/Entity
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Vermittler*in
Date(s)
verbale Datierung: 6./7. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite: 12 x 28 cm
Acquisition
am 2. Oktober 1900 aus der Sammlung des Konsul C. Reinhardt erworben

Object Description

Das Fragment einer Borte zeigt zwei Medaillons, die durch einen kleinen Kreis mit einem sogenannten Krückenkreuz und Palmetten voneinander abgesetzt sind. Beide Medaillons sind durch eine helle Randborte mit fortlaufender Weinblattranke gefasst. Den rechten Kreis füllt eine Rosette mit einem kleinen rotgrundigen Kreis in der Mitte, auf dem wiederum ein kleines Krückenkreuz zu erkennen ist. Der linke Kreis umschließt einen Reiter auf einem gezäumten, nach rechts galoppierenden Pferd. Der Reiter ist mit einer kurzen Tunika und einem Manteltuch bekleidet, von dem ein Zipfel hinter seinem ausholenden Arm flattert. Er richtet eine Lanze gegen eine Schlange unter den Hufen des Pferdes, während zwei geflügelte Gestalten mit Kränzen in den ausgestreckten rechten Armen über ihm schweben. Links neben dem Reiter ist ein weiteres Krückenkreuz mit zwei Kreuzanhängern wiedergegeben. Die Darstellung geht auf ein Motiv der römischen Kaiserikonographie zurück, die den Herrscher als Jäger in Begleitung zweier Victorien zeigt. Victoria, die Personifikation des Sieges, galt als Schutzgöttin der römischen Herrscher. Das Bildmotiv wurde später auf christliche Heilige übertragen. Dass es sich bei dem hier dargestellten Reiter um einen Heiligen handelt, lassen die wiederholt auf der Borte wiedergegebenen Kreuze vermuten. Ohne weitere Attribute ist er jedoch nicht zu identizieren. Ähnliche Darstellungen finden sich auf spätantiken und byzantinischen Seidengeweben wieder.

Last updated: 17.09.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

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Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM