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Münz-Fingerring aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,58

ObjID: obj:2224663

Details (expert)

Date(s)
Ende 10. bis 1. Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technique
Gold
Dimensions
Höhe x Breite: 2,16 x 2,44 cm (Dm. innen 1,66 x 1,80 cm)
Gewicht: 16,69 g
Acquisition
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben.

Object Description

Die Goldmünze stellt laut Inschrift (IMP AVRELIANVS AVG) den römischen Kaiser Aurelian dar (270–275/ n. Chr.). Sie ist mit eigener Fassung in einen starken, regelmäßig geperlten Drahtkreis eingesetzt, den sie überragt. Aus der flachen Ringschiene entwickeln sich zwei Löwenkörper, deren Tatzen von beiden Seiten um den Perldrahtkreis herumgreifen, während dazwischen ihre geöffneten Rachen den Ringkopf von unten fassen. Starken Abrieb zeigen sowohl die Löwentatzen als auch das Münzbild selbst mit seiner Fassung. Auch das leicht erhabene Ornament auf dem Rücken der Tiere ist kaum noch erkennbar. Die Kaisermünze war gemeinsam mit ihrer Fassung schon vor dem Einsatz in die Ringschiene stark abgenutzt gewesen. Die antike Münze mit dem Ring gehörte demnach möglicherweise vor der Fassung zu einem anderen Zusammenhang und wurde als Altstück im jetzigen Ring neu verwendet. BF/HWA
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 158f. Nr. 7)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa