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Fragment eines lunulaförmigen Ohrrings aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,57

ObjID: obj:2224681

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technique
Gold, Zellenschmelz
Dimensions
Höhe x Breite: 2,7 x 3,4 cm
Gewicht: 2,46 g
Acquisition
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben.

Object Description

Das Fragment ist ein Teil des 1945 zerstörten Pendants zu dem Ohrring Inv. Nr. O-1961,56. Beide Stücke waren ursprünglich baugleich. Bei dem erhaltenen Fragment handelt es sich um den halbmondförmigen Einsatz mit Zellenschmelz, der eine der beiden Schauseiten des Ohrrings zierte. Große Teile des Emails sind 1945 in Verlust geraten.
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 177-181 Nr. 15)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa