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Kegelfibel mit Trommelkranz aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,51

ObjID: obj:2224697

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technique
Gold, Glassteine, Almandin
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 2,78 x 4,8 cm
Gewicht: 19,07 g
Acquisition
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben.

Object Description

Die Kegelfibel mit dem bekrönenden, neuzeitlich geschliffenen Almandin aus dem "Mainzer Goldschmuck" bildet zusammen mit einem fast baugleichen Exemplar mit einem zentralen Saphir (Inv. Nr. O-1961,50) ein Paar. Beide Fibeln sind in Schichten wie ein Stufenkegel aufgebaut. Das "Fundament" ist ein nur zur Hälfte sichtbarer, senkrechter und doppelstöckiger Rand aus feinem, in Wellenschlingen gelegtem Filigrandraht. Von diesem doppelstöckigen unteren Rand ist nur die obere Schlaufenreihe sichtbar. Die untere verschwindet hinter einem vorgelagerten "Trommelkranz" aus 35 einzelnen zylindrischen Elementen, die ursprünglich Perlen trugen. Darüber beginnt eine leicht gewölbte Schräge, die durch Fünfecke gegliedert ist, deren Konturen und Mittelpunkte einst gleichfalls durch Perlbesatz geschmückt waren. Über einer nicht erhaltenen Perlschnur bildet eine zweifach gestufte Plattform den oberen Abschluss der Fibel. Umgeben von Flächengranulation trägt sie den zentralen Edelstein. LL
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 141-145 Nr. 3)

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa