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Messerfutteral

Ident. Nr.: 1893,38

ObjID: obj:2260556

Details (expert)

Date(s)
um 1430
Material / Technique
Leder, geschnitten, punziert, bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 6,4 x 36,2 x 3,7 cm

Object Description

Das Futteral gehörte zu einem Jagdmesser. Es ist aus doppelschichtig geklebtem Rindleder von dunkelbrauner Farbe gefertigt und partiell gefasst. Das Futteral ist mit einer gerundeten Kappe zu verschließen. Hier und am Schaft befinden sich je drei geschnittene Schlaufen für die Trageriemen. Es ist verziert mit eigenwilligen Spiralmotiven, den im 15. Jahrhundert häufig auch bei gestickten Textilien auftretenden sogenannten Wirbelsonnen.
Das Futteral gehört zu einer Gruppe von Lederbehältern unterschiedlichster Art, die vermutlich im Umfeld der gleichen Werkstatt entstanden sind. Der Dekor wurde geschnitten und punziert. Die Punzierungen liegen innerhalb und außerhalb der geschnittenen Spiralen. Sie bilden optisch den Grund für größere Blüten, die - vorher ausgespart und geschnitten - nun in einer zweiten, höher liegenden Ebene erscheinen. Auf der einen Seite des Futterals verlaufen größere Spiralen mit Blüten neben kleineren an einem begrenzten oberen Teilstück. Die Gegenseite zeigt in einzelnen Feldern die gleichen Motive im Wechsel mit einfachen Wappenschilden.
Sehr gut erhalten ist an einigen Stellen das Zinnoberrot der ursprünglichen Bemalung, die sonst nur in Spuren von Weiß zu finden ist. Vermutlich handelt es sich hierbei um Reste einer Grundierung. Die Bemalung beschränkte sich offenbar nur auf die Motive, der Grund war ungefaßt. EM

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa