Logo

Behangfragment mit fünf mythologischen Szenen

Ident. Nr.: 5/69

ObjID: obj:2261204

Details (expert)

Date(s)
4.-6. Jahrhundert
Systematics/Type
Geographical references
Ägypten,
Land/Region
Material / Technique
Leinen und Wolle
Dimensions
Höhe x Breite: 152 x 60 cm (Textil)
Höhe x Breite x Tiefe: 163 x 72 x 5 cm (Rahmen)

Object Description

Der Zierstreifen von höchster handwerklicher Qualität diente zur Gliederung eines Wandbehanges. Wiedergegeben sind Gestalten und Motive aus
der klassisch-antiken Mythologie.
Im länglichen Mittelfeld sind fünf Bildfelder übereinander wiedergegeben, abwechselnd als Kreis oder Quadrat gestaltet. Im oberen Feld ist ein Reiter mit einem Bogen zu erkennen; zwischen den Hufen seines Pferdes kauert ein Löwe. Den folgenden Kreis füllt ein Kentaur mit Leier, begleitet von einem kleinen Hasen. Im nächsten Bildfeld sind ein Mann mit kurzer Tunika und Mantel sowie eine Frau in langer Tunika und gegürtetem Obergewand zu sehen. Beide Gestalten stützen sich auf einen Stab, den sie in der Linken halten. Das darunter anschließende runde Bildfeld enthält wiederum einen Kentaur, während im unteren quadratischen ein Figurenpaar wiedergegeben ist. Diesmal besteht es aus einer Mänade, die mit der erhobenen Rechten einen Kranz emporhält, und einer weitgehend nackten, an einen Pfeiler gelehnten männlichen Gestalt, bei der es sich um Dionysos handeln dürfte.
Die fünf Bildfelder sind von einem umlaufenden Streifen mit einem Band aus Medaillons gefasst, in denen unterschiedlichste Tiere zu erkennen sind. Den äußeren Rahmen bildet ein Fries aus kleinen Gefäßen und Weinblättern.

Cäcilia Fluck (2018)

Last updated: 12.08.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Additional items from the collections

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM