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Schale mit silbernem Fuß

Ident. Nr.: 1900,612

ObjID: obj:2264499

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Lucien Bonvallet (1861 - 1919),
Entwerfer*in
Herstellung: Ernest Cardeilhac (1851),
Silberschmied*in
Herstellung: Auguste Delaherche (1857.12.27),
Keramiker*in
Date(s)
um 1899
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Paris
Material / Technique
Steinzeug, glasiert, Silber
Dimensions
Höhe: 9,3 cm
Durchmesser: 17,3 cm

Object Description

Inventareintrag von 1900:
"Steinzeugnapf mit silberner Fußfassung. Napf trichterförmig nach oben erweitert, außen graugrün, innen rötlichweiß mit dunklen Flecken. Fassung mit vier kreuzweise verteilten Kleeblättchen am Rande, vier Rosettendurchbrechungen und vier aufwärts gerichteten Voluten am oberen Rande der Fassung."
Marken: Keramikschale: Stempel AUGUSTE DELAHERCHE 2371; Silberfassung: CARDEILHAC und kleiner Stempel

Die montierte Schale wurde auf der Pariser Weltausstellung von 1900 für das Kunstgewerbemuseum erworben. Ernest Cardeilhac machte sich Ende des 19. Jahrhunderts u.a. mit seinen Silbermontierungen moderner Keramiken ("Arts du Feu") und Gläser (Emile Gallé, Daum Frères) international einen Namen. Die Entwürfe für die Montierungen im Art Nouveau-Stil stammten vielfach von Lucien Bonvallet (vgl. Anne Gros. Les vases de Sèvres et de Gallé montés par Cardeilhac, in: Sèvres. Revue de la Société des Amis du musée mational de Céramique, Nr. 26 (2017), S. 120-131). Eine Entwurfszeichnung für die Silbermontierung der vorliegenden Schale existiert im Firmenarchiv Cardeilhac und wird heute im Archiv Bouilhet-Christofle, Paris, verwahrt, da Christofle 1951 die Firma Cardeilhac übernommen hat.

ClKa

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa