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Manipel

Ident. Nr.: 9186

ObjID: obj:2276883

Details (expert)

Dating
verbale Datierung: 9.-10. Jahrhundert
Dimensions
Höhe x Breite: 7,5 x 60 cm (Textil)
Höhe x Breite x Tiefe: 15 x 70 x 1,5 cm (Rahmenmaß)

Object Description

Der Manipel gehörte wie das Omophorion (Inv.-Nrn. 9182, 9185, 9187, 9188) zur liturgischen Gewandung. Im Gegensatz zum Omophorion, das den Patriarchen und Bischöfen vorbehalten war, konnte der Manipel – eine um das Handgelenk gelegte Binde – von allen Klerikern unabhängig von ihrer Stellung in der kirchlichen Hierarchie getragen werden.
Die Ober- und Unterseite dieses, im mittleren Teil schadhaften Manipels bestehen aus unterschiedlichen Leinengeweben, die an den Kanten aneinandergeheftet wurden. Die beiden Schmalseiten der aus zwei Teilen zusammengenähten Vorderseite enden in einer dekorativen Fransenkante. Die dicken Fransen ergaben sich aus den losen Kettfäden,
die zu mehreren gebündelt und miteinander verdreht wurden. Die Vorderseite ist mit Applikationen aus wiederverwerteten Seidengeweberesten verziert. Je einem rechteckigen Besatz an den Enden folgt mit etwas Abstand und in unterschiedlicher Größe ein runder. Die Mitte des Manipels schmücken ein Kreuz mit geschweiften und eines mit schmalen, geraden Armen. Von der ehemaligen, in bräunlichem Rot und Weiß gehaltenen Musterung der Seidenbesätze in Samittechnik ist so gut wie nichts mehr erhalten.
Auf dem linken Besatz ist noch schwach ein Ausschnitt aus einem pflanzlichen Rautenmuster, auf dem rechten eine gefasste Rosette zu sehen. Kreuz und runder Besatz im rechten Teil sind aus einem anscheinend ungemusterten Gewebe aus sehr feinen Seidengarnen, die mit wattigen Fäden aus Schappeseide binden, ausgeschnitten worden.
Der Manipel stammt wie das Omophorion aus dem Areal der Achmīmer Nekropole, in dem die Priesterschaft beigesetzt wurde. Dort fand man auch ein weiteres Omophorion
mit seidenen Zierstücken, die denen auf dem Manipel sehr ähneln. Die beiden Stücke könnten ein Ensemble gebildet haben.

(Cäcilia Fluck 2021)

Last updated: 24.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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