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Abendmantel "Golden Gate"

Ident. Nr.: 2005,UR 108

ObjID: obj:2278415

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Uli Richter (1926–2021)
Rut Brandt (10.1.1920 - 28.7.2006),
Besitzerin
Date(s)
1973
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Berlin
Dimensions
Länge: 154,6 cm Saumweite: 190 cm

Object Description

Leicht ausgestellt geschnittener Abendmantel aus Woll-Doubleface mit angeschnittenem hohen Kragen, ähnlich einem kleinen Stehkragen. Ohne Verschluss. Der Mantel von extravagantem Schnitt hat keine Seitennähte. Er besteht aus insgesamt fünf Teilen. Seine vorderen Schulterpartieen verlaufen über die Schultern in einem Stück zum mittleren Rücken und enden dort in einem tief gezogenen Dreieck. Die in Brusthöhe angesetzten Vorderteile werden bis zur mittleren Rückennaht geführt und bilden so den unteren Teil des Mantels. Die langen geraden Ärmel sind eingesetzt.
Rut Brandt trug diesen Mantel im Januar 1973 anlässlich eines Treffens mit dem Ehepaar Pompidou in Paris, im Rahmen der regelmäßig stattfindenden deutsch-französischen Konsultationen.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa