Logo

Quadratische Wirkerei mit Kantharos und Vögeln

Ident. Nr.: 6986

ObjID: obj:2290271

Details (expert)

Date(s)
verbale Datierung: 5.-7. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Dimensions
Höhe x Breite: 16 x 13 cm
Acquisition
1902 von Robert Forrer erworben

Object Description

Die quadratische Wirkerei ist von einem doppelten Rahmen außer einem schlichten schwarzblauen Rand außen und einer durch feine helle Linien abgesetzten Bahn mit einem Zickzackmuster gefasst. Die Zacken bestehen aus abwechselnd ockergelben und roten Balken, dazwischen liegen weiße Dreiblätter. Das Innenfeld, ebenfalls in dunkler Umrandung zeigt auf hellem Grund ein mit nachgeahmten rechteckigen Edelsteinen (ein Saphir und zwei Rubine auf einem goldenen Band) verziertes Gefäß mit Henkeln. Zwei Vögel sitzen auf dem oberen Gefäßrand (grün und blau) trinken aus dem mit Wasser gefüllten Kelch. In den unteren Ecken liegen tropfenförmige rote Blüten mit grünen Kelchblättern. Das Bildmotiv geht auf griechische Vorbilder zurück. Der Historiker Plinius (23/24-79 n. Chr.) beschreibt zum Beispiel ein Mosaik aus Pergamon mit aus einem Kantharos trinken Tauben, das als Vorbild für viele spätantike Werke, u. a. ein Mosaik im Mausoleum der Galla Placidia in Ravenna (ca. 440 n. Chr.) diente.

Die Wirkerei befindet sich heute im Puschkin-Museum in Moskau und ist dort unter Inv. KT 558 erfasst.

Literatur: O. Wulff und W. F. Volbach, Spätantike und koptische Stoffe aus ägyptischen Grabfunden, Berlin 1926, S. 15, Taf. 15; O. Lechitskaya, Coptic textiles, The Pushkin State Museum of Fine Arts, Moskau 2010 (russisch), S. 332-333, Nr. 176.

Last updated: 07.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Additional items from the collections

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Reliefplatte mit dem Heiligen Symeon

Das Relief ist aus Basalt, einem sehr harten vulkanischen Gestein. Weil es so schwer zu bearbeiten ist, ist das Relief nur ganz flach ausgeführt.Die Darstellung ist in einem modern anmutenden, fast Comic-artigen Stil gehalten. Rechts steht eine Säule auf einem Stufensockel. Auf der Säule erscheint ein bärtiger Mann, von dem nur der Oberkörper sichtbar ist. Der Unterkörper wird von einer Brüstung verdeckt, deren Oberkante durch eine dünne Linie angedeutet wird. Ein fliegender Vogel hält einen kleinen Kranz über ihn. An die Säule ist eine Leiter gelehnt, die ein zweiter Mann hinaufgestiegen ist. In seiner rechten Hand hält er ein Weihrauchgefäß. Es hat die Form eines Kelches und ist an einer Kette aufgehängt. Beide Männer tragen jeweils ein typisches Mönchsgewand. Es hat die Form eines langen, gegürteten Hemdes. Über den Kopf ist eine Kapuze gelegt, die mit einem Kreuz geschmückt ist.Der Mann auf der Säule stellt einen christlichen Heiligen, den syrischen Asketen Symeon d. Ä. (um 390-459) dar. Die historisch bezeugte Gestalt lebte zuerst als Mönch in einem Kloster im nordsyrischen Kalksteinmassiv nordöstlich von Aleppo. Als junger Mann zog sich Symeon auf einen Felsen zurück und widmete sich der Verehrung Gottes. Später wurde dort eine Säule errichtet, auf der er lebte, die Säule wurde mehrmals erhöht. Zuletzt war sie 17 bis 20 Meter hoch. 42 Jahre soll Symeon ununterbrochen auf dieser Säule zugebracht haben. Weil Symeon als heilig und weise galt, kamen bald große Mengen von Pilgern herbei, zu denen Symeon mehrmals täglich predigte und ihnen Ratschläge gab. Auch nach seinem Tod reisten zahlreiche Pilger zu der Säule, um dort zu dem Heiligen zu beten. Sie nahmen von dem Pilgerort Andenken mit, an deren heilkräftige Wirkung sie glaubten. Um den Standort der Säule herum wurde das große Pilgerheiligtum Qal’at Sim’an mit einer christlichen Kirche, einem Baptisterium und Pilgerwohnungen errichtet, um den Pilgern Platz und einen Raum für Gottesdienste zu bieten. Weihrauch wurde bei christlichen Gottesdiensten verwendet. Der Mönch auf der Leiter mit dem Weihrauchgefäß könnte auf Gottesdienste im Symeons-Heiligtum hinweisen.Symeon war nicht der einzige christliche Mönch, der ein Leben auf einer Säule führte, aber einer der frühesten und der berühmteste. Diese Mönche werden Säulensteher oder Styliten genannt, nach dem griechischen Wort „stylos“ für Säule. Sie stellten sich auf Säulen, um sich von dem als sündig angesehenen Alltagsleben zu entfernen und sich ganz Gott zu widmen.Das Relief war möglicherweise an der Fassade einer frühchristlichen Kirche im syrischen Kalksteingebiet eingelassen. Solche Reliefs sind von anderen Kirchen in dieser Gegend bekannt. Zeitlich und stilistisch vergleichbare Darstellungen befinden sich im Museum von Damaskus und im Louvre zu Paris.GM