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Standuhrkopf

Ident. Nr.: S 640

ObjID: obj:2291180

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Charles Cressent (16.12.1685 - 10.1.1768),
Kunsttischler, Bronzekünstler
Date(s)
1730 - 1735
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Paris
Dimensions
Höhe: 135 cm , ursprünglich 309 cm

Object Description

Das Uhrgehäuse ist von kostbarer Ausstrahlung, die durch vergoldete Bronzen und Skulpturen bestimmt ist. Schlanke Schildpattrahmen mit dunklem Fond, aus dem Gitterkartuschen aus Messing hervorleuchten, bilden das Gehäuse. Das zentrale Ziffernblatt aus Email wird hinter dem Glas einer Tür präsentiert, auf der ein bronzener Amor Zuflucht im Schoß der Venus sucht. Vier allegorische Meereswesen flankieren die Uhr und auf dem Dach, das sich unter eingerollten Akanthusblättern wölbt, thront der Gott Apoll. Das Gehäuse der vermutlich von Friedrich dem Großen in Paris erworbenen Uhr stand ursprünglich auf einem seit 1945 verschollenen Postament, in dem die Gewichte und das für die Anzeige der Sekunden notwendige lange Pendel hingen. Zur Entstehungszeit um 1730/35 war es noch nicht zu einer Verschmelzung von Uhrkopf und unterem Gehäusekasten gekommen.
Zeichnet der auf dem Ziffernblatt signierte Uhrmacher Gilbert für das Uhrwerk verantwortlich, lässt sich der Schöpfer der ganzen prachtvollen Uhr nicht nachweisen. Die hohe Qualität der Bronzen mag eine Zuschreibung an Charles Cressent (1685-1768) tragen, den berühmtesten Ebenist des französischen Régence. Er war von Hause aus Bildhauer, daher galt seine besondere Aufmerksamkeit dem vergoldeten Skulpturenschmuck, den er auch gegen den Widerstand der Zunft in eigener Werkstatt anfertigte.
ASt

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa