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Totenschild für Ludwig von Pienzenau zu Wildenholzen (gest. 1405) aus der Benediktinerklosterkirche Ebersberg bei München

Ident. Nr.: 6/2013

ObjID: obj:2297151

Details (expert)

Dating
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Datierung: 1475
Additional titles
Collection title: Totenschild für Ludwig von Pienzenau zu Wildenholzen (gest. 1405) aus der Benediktinerklosterkirche Ebersberg bei München
Meßstiftungs-Schild
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 90,5 x 88 x 5,4 cm

Object Description

Es handelt sich um einen gemalten Schild ohne plastische Applikationen. Auf dem roten Grund erscheint das tartschenförmige Wappen der Pienzenauer: auf weißem Grund mit dünnen schwarzen Ranken ein horizontal nach links oben verlaufender schwarzer Balken mit drei goldenen Kugeln. Darüber sitzt, nach links gerichtet, ein goldener heraldischer Helm mit girlandenartig über den Grund gebreiteter Decke (außen weiß, innen schwarz). Als Helmzier dient die gleichfalls nach links gerichtete Büste eines Mannes mit langem hellen Kinnbart und fantastischer Kopfbedeckung, die aus einer breiten schwarzen Krempe mit drei goldenen Kugeln, einem hohen weißen Kegel und Krone sowie einem abschließenden schwarzen Federbusch besteht. Wappen und Deckenranken werfen Schatten auf den roten Grund. Die Umschrift in schwarzen Minuskeln (worttrennende Punkte rot) auf hellgelbem Grund lautet: „Als • man hat • gezalt m° • cccc° • vnd v • jar • an • samstag • nach • martini hat de’ • edl gestreng • her ludwig • pientzenave • zv • Wildenholtzen gestift • diese mess • dem • got • genad“. Hier klingt ausnahmsweise der Zusammenhang von Totenschild und Seelenmesse an, der ansonsten immer nur vermutet, aber kaum belegt werden kann. Der Schild besitzt daher – unabhängig von seiner tatsächlichen Entstehungszeit – einige Bedeutung für die Gattung.

Die Pienzenauer zu Wildenholzen und Zinneberg waren ein altes bayerisches Turnieradelsgeschlecht. Schon vor 1000 im Gebiet von Wasserburg am Inn nachweisbar, waren sie im Laufe des 14. Jahrhunderts in den Besitz ihrer neuen Stammburgen Zinneberg und Wildenholzen gekommen und somit im Gebiet um Ebersberg zur mächtigsten Adelsfa milie aufgestiegen. Das Benediktinerkloster Ebersberg barg nicht nur ihre Grablege, sondern war um 1400 auch bei den Pienzenauern hoch verschuldet.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)

Last updated: 23.06.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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