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Rot meliertes Kostüm

Ident. Nr.: 2005,UR 63 a,b

ObjID: obj:2299629

Details (expert)

Involved
Entwurf: Uli Richter (1926 - 2021),
Designer*in
Dating
Herbst/Winter 1964/65
Dimensions
Länge: Jacke: 60,5; Rock: 65 cm 108 cm
Umfang: Rock: Taílle: 66 cm; Saum: 107 cm cm

Object Description

Ein interessant geschnittenes rotes, in sich kariertes Kostüm aus Mohair-Shetland mit handgefertigten großen Posamentenknöpfen. Die leicht taillierte Jacke ist vorn wie hinten aus jeweils zwei Teilen gearbeitet die mit einer Wiener Naht verbunden sind. Auch an das Rückteil wurde seitlich mittels Wiener Nähten zusätzlich je ein schmales Stück angesetzt. Auf den Vorderteilen befindet sich in Schulterhöhe eine schräge Naht, die in der Mitte lose ist und einen taschenförmigen Einschub ermöglicht.
Rock: Der gerade gearbeitete Dreibahnenrock hat einen schmalen Bund und ist vorne und hinten seitlich in je drei kleine Falten gelegt. Ein 24 cm langer Reißverschluss liegt in der linken Seitennaht. Der Rockbund schließt auf Haken und Ösen. CW

Last updated: 21.01.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR