Logo

Monumentale Amphorenvase mit dem Bildnis Kaiser Napoleons I. im Krönungsmantel nach dem Gemälde von François Pascal Baron Gérard

Ident. Nr.: S 1499

ObjID: obj:2299954

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Porzellanmanufaktur Sèvres (gegr. 1738/56),
Manufaktur
François Gérard (1770 - 1837),
Gemäldevorlage
Ausführung: Jean Georget (1763 - 1823),
Porzellanmaler
Date(s)
um 1810
1810–1814
Dimensions
Höhe: 92 cm
Durchmesser: 42 cm

Object Description

Schlanker, eiförmiger Körper mit eingezogenem Hals und geschwungenem Fuß. Die Volutenhenkel und die quadratische Plinthe aus vergoldeter Bronze. Auf der Vorderseite in breitem goldenen Eichenlaubrahmen Kaiser Napoleon I. als Imperator im Kaiserornat vor dem Thron stehend, neben ihm die Kroninsignien. Vorlage war das 1805 entstandene, vielfach kopierte Monumentalgemälde von François Gérard "Napoleon im Krönungsornat" (Napoléon Ier en costume de Sacre), das sich im Musée de Fontainebleau befindet - eines der vielen von Napoleon nach seiner Selbstkrönung zum Kaiser im Jahr 1804 in Auftrag gegebenen offiziellen Staatsporträts, die gerne an verbündete Regenten, Marschälle oder Minister verschenkt wurden. Die kaiserlichen Insignien demonstrieren seinen Anspruch darauf, in einer Reihe mit dem römischen Kaiser, Karl dem Großen und der französischen Monarchie zu stehen. Statt der bourbonischen Lilie führte er die napoleonische Biene in die kaiserliche Heraldik ein. Dementsprechend zeigt der restliche Vasenkorpus im dichten Rapport die Biene in Gold in silbernen, auf der Spitze stehenden Quadraten auf grünem Grund. Auf der Rückseite sind in Gold- und Brauntönen Trophäen aus Fahnen und Waffen, die von zwei geflügelten Niken gehalten werden, dargestellt. Ebenfalls in Gold- und Brauntönen der Schulterdekor aus Palmettenfriesen, der Halsdekor aus Fruchtgehängen und Adlern in Kränzen sowie der Dekor des Vasenfußes aus einem Fries aus Godrons und Palmetten und einem Band mit dem "Laufenden Hund"-Ornament.
Die unter Napoleon zur "Kaiserlichen" Staatsmanufaktur avancierte Porzellanmanufaktur von Sèvres ließ um 1810 verschiedene Varianten von Amphorenvasen mit dem Kaiserporträt nach Gérard produzierten, ganzfigurig, wie auf diesem Beispiel, oder auch als Bruststück wie auf einem Vergleichsstück im Palazzo Pitti in Florenz. Sèvres-Vasen mit Napoleon-Porträts dienten oftmals als diplomatische Geschenke oder Geschenke innerhalb der napoleonischen Familie. Die Berliner Variante entstand zwischen 1810 und 1814.
ClKa

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa