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Terrine mit Deckelknauf in Zitronenform

Ident. Nr.: V 8

ObjID: obj:2301373

Details (expert)

Date(s)
um 1765
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe x Breite: 34 x 41 cm

Object Description

Terrinen sind als Gefäße für Suppengerichte am Ende des 17. Jahrhunderts zuerst in Frankreich eingeführt worden. In Deutschland wurden sie allgemein kaum vor 1740 gebräuchlich. Als Bestandteil eines Services waren sie von großer dekorativer Wirkung auf der Tafel – eine künstlerische Aufgabe, die zu mannigfaltigen phantasievollen Lösungen angeregt hat.
Diese Berliner Terrine orientiert sich im Typus wie im Dekor deutlich an französischen Vorbildern, die unter Friedrich dem Großen, auch gefördert durch die zahlreichen in der Stadt lebenden hugenottischen Kunsthandwerker, den Geschmack bestimmten. Von ausgewogener Proportionierung, ist der Gefäßkörper nur sehr zurückhaltend mit Blattwerk belegt, das sich noch aus der Rokokoornamentik herleitet. Wirkungsvoll kontrastiert der vergoldete Deckelgriff in Gestalt einer Zitronenfrucht. S.B

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa