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Runde Platte aus dem Northumberland-Service

Ident. Nr.: 1910,26

ObjID: obj:2303932

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Date(s)
um 1740
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Meißen
Material / Technique
Porzellan mit Aufglasurmalerei
Dimensions
Durchmesser: 39 cm

Object Description

Die Platte gehört zu dem Meißener Service des Duke of Northumberland, das vermutlich auf eine Schenkung Augusts III. an den britischen Gesandten Homburg-Williams zurückgeht. Die Dekorgestaltung nimmt auf die Bestimmung als Jagdservice Bezug: Im Zentrum stehen Tierdarstellungen: heimische Tiere wie hier ein Hirsch, aber auch exotische (Kamel, Nashorn) und mythologische (Einhorn). Die Porzellanmaler nutzten graphische Vorlagen, die zum Teil auf das 16. Jahrhundert zurückgehen, zum Beispiel im Fall des Nashorns auf Albrecht Dürer. Am häufigsten aber wurden Kupferstiche von Johann Elias Ridinger (1698-1767) verwendet, wie auch in diesem Fall (vgl. Bodinek 2018, Raffinesse im Akkord, Bd. 2, S. 288, Kat. Nr. 226a). Umgeben sind die Tierfiguren von sog. "Holzschnittblumen" oder "ombrirten Blumen" sowie Insekten. Diese feine Blumenmalerei gibt die Blumen botanisch genau und in feiner, holzschnittartiger, teilweise schattierter Malerei wieder. Als Vorlagen dienten offenbar die kolorierten Radierungen aus J. M. Weinmanns "Phytanthora Iconographica". // ClKa

Last updated: 25.11.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa