Orpheus unter den Tieren (Das Element Erde), Vorzeichnung für Blatt 1 der Folge der "Vier Elemente" von Crispijn van de Passe
Ident. Nr.: KdZ 2260
ObjID: obj:2308027
Details (expert)
- Creator/Entity
- Date(s)
- Herstellung: vor 1602
- Systematics/Type
- Material / Technique
- Vorzeichnung in schwarzer Kreide, Feder in Graubraun, graubraun laviert, Einfassungslinie in Feder in Braun und Graphit, gegriffelt
- Dimensions
- Blattmaß: 19,7 x 15,1 cmWasserzeichenmaß: 13,8 x 6,5 mm
- Acquisition
- 1881 von Hermann Pächter als Äquivalent für die ihm gestattete Benützung der Menzelschen Holzstöcke zum Leben Friedrichs des Großen dem Kabinett überreicht
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2308027
Object Description
Der Gesang des griechischen Dichters und Sängers Orpheus war so schön, dass er sogar wilde Tiere betörte. Auf der Zeichnung versammeln sich Löwe, Hirsch, Pferd, Luchs und andere Tiere friedlich um Orpheus, der eine Viola da Gamba spielt, und lauschen dem Klang. Zusammen mit den Früchten in den oberen Zwickeln links und rechts stehen die Tiere für das Element Erde.
Die Zeichnung bereitet einen Kupferstich für eine Folge mit den Vier Elementen vor, zu der neben Erde auch Wasser (Arion), Feuer (Apollo) und Luft (Amphion) gehören. Die Serie trägt einen weiteren Titel, Principes Musicæ (die Prinzipien der Musik), und spielt auf die Musiktheorie der Renaissance an, die hier mit der Vier-Elemente-Lehre zu einer kosmologischen Einheit verknüpft wird. Demnach ist das gesamte Universum harmonisch geordnet und jedes der Elemente steht für einen bestimmten Klang.
Der Druckgraphik kam seit der Mitte des 16. Jahrhunderts enorme Bedeutung bei der Verbreitung künstlerischer Ideen zu. In Antwerpen wurden bedeutende Verlage gegründet, die Herstellung von Druckgraphik differenzierte sich zunehmend aus: Zeichner lieferten Entwürfe, die von Stechern auf Kupferplatten übertragen und gestochen wurden. Spezialisierte Schriftstecher ergänzten oft noch Bildunterschriften, Bibelzitate oder Sinnsprüche. Durch die Seitenverkehrung beim Druck musste die Schrift vorher spiegelverkehrt gestochen werden. Drucker zogen die Platten in hohen Auflagen ab und Verleger verkauften sie anschließend.
Van de Passe hat seine Zeichnung selbst in den Kupferstich übertragen; eine zweite Vorzeichnung für das Element Luft (KdZ 2261) befindet sich ebenfalls in Berlin.
Last updated: 20.08.2026
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Institution:
Kupferstichkabinett
Email:
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