Logo

Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien

Ident. Nr.: 1923,6 a,b

ObjID: obj:2322235

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
Date(s)
um 1705
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe: 37,5 cm (mit Deckel)

Object Description

Eine detaillierte Beschreibung und Charakterisierung der Deckelvase steht im Berliner Fayencekatalog von 1976:
"Deckelvase in Form eines Balusters mit gegliedertem, anschwellenden Leib und glockenförmigem Fuß. Bemalung in Kobaltblau mit unscharfer Umrißzeichnung. Auf dem oberen Teil der Leibung Chinesen in exotischer Landschaft, auf dem unteren Teil drei Reserven mit Landschaften in einem Blumenornament. Chinesische Ornamente aus Spiralen und Blüten auf dem Fuß und dem Wulstring, auf der Schulter Blütenranken über Spiralen."
Ein eng verwandtes Vergleichsstück befindet sich im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main, sowie ebendort und im Berliner Stadtmuseum ähnliche Vasen. Christiane Keisch weist sie im Berliner Katalog von 2001 aufgrund ihrer gleichen Handschrift demselben Maler der Berliner Fayencemanufaktur Wolbeer zu.

Keine Marke.

Lit.: Kat. Berlin 1976: Fayencen, Kat. Nr. 45 (id.); Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 24 (Vgl.)

ClKa

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa