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Kopf einer Frau, in beide Hände gestützt (Selbstbildnis) (Verworfene, Fassung zu den Lithographien "Nachdenkende Frau")

Ident. Nr.: NG 27/64-8

ObjID: obj:2322864

Schenkung Dr. Hans Kollwitz, Berlin

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Zeichner*in
Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Dargestellt
Date(s)
Herstellung: 1920
Geographical references
Berlin,
Stadt
Provenance
Käthe Kollwitz (1867-1945),
bis 1945
Nachlass/Vermächtnis: Hans Kollwitz (1892-1971),
1945-1964
Schenkung: Nationalgalerie Berlin (West),
1964-1986
Dimensions
Blattmaß: 33,0 x 49,6 cm
Acquisition
1964 Schenkung von Dr. Hans Kollwitz, Berlin, an die Nationalgalerie, Berlin (West), 1986 überwiesen an das Kupferstichkabinett

Object Description

Die Studie ist eine verworfene Entwurfsvariante zu den Lithographien "Nachdenkende Frau" [...] von 1920. [#vgl. Ident. Nrn. 405-1923, 7-1924, AM 45-1978] Mit diesen bedeutenden graphischen Arbeiten hängt noch weiteres Studienmaterial [...] zusammen. Auf mehreren Zeichnungen und auf den Drucken trägt die Dargestellte die Gesichtszüge der alternden Künstlerin. Das in ihrem Tagebuch (26. 2. 1920 [...]) genannte Projekt einer Zeichnung, "die einen Menschen zeigt, der das Leid der Welt sieht", erinnert stark an die "Nachdenkende Frau". Deren Gestalt faßt die Erfahrungen des Krieges und der Nachkriegszeit mit allen Enttäuschungen und Ängsten wahrzeichenhaft zusammen.
In beiden druckgraphischen Fassungen stützt die Frau ihren Ellenbogen frontal auf und lehnt den Kopf gegen die rechte Hand, die das Gesicht zur Hälfte verdeckt. Ihre Linke ist unsichtbar. Auf der Zeichnung dagegen preßt sie die Finger der Rechtenseitlich gegen die Stirn, während die linke Hand erschreckt den Mund bedeckt und der hochstehende Daumen sich in die Wange gräbt. In leicht abgewandelter Form begegnet uns diese Gebärde auf dem späteren Relief "Die Klage" (Selbstbildnis, um den Tod [Ernst] Barlachs klagend, 1938/39) wieder. Das von schütterem Haar gerahmte melancholische Gesicht, der eingefallene Körper, die geschlossenen Augen und die Gebärde verleihen der Frau auf der Zeichnung einen greisenhaften Ausdruck, der sowohl in den Lithographien als auch in der Plastik zurückgenommen ist.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 34-35, Kat.-Nr. 22)

2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

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