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Ident. Nr.: D (34 C 11) 305/1973

ObjID: obj:2350632

Details (expert)

Dating
Mitte 19. Jh.
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 45,5 x 45 x 5,3 cm

Object Description

Das Haarbild enthält einen Blütenkranz aus grauen, blonden und dunkelbraunen Haaren. In dessen Zentrum befindet sich eine aus verschiedenfarbigem Haar gefertigte Trauerweide, die sich über ein Kreuz wölbt. Sie »wurzelt« in einem Boden aus verflochtenen Haaren, ebenso wie drei mehrfarbige Haarblumen. Auch die Schlange, die sich um den Stamm der Trauerweide windet, ist aus Haaren unterschiedlicher Haarfarben gefertigt. Die Ecken zieren – neben Tinseln und geprägtem Goldpapier – vier Herzen, die ebenfalls in Schlingentechnik aus Haar gefertigt wurden.

Aus der Symbolik lässt sich schließen, dass es sich um ein Totengedenkbild handelt: Die Schlange gilt in der christlichen Ikonografie zumeist als Tier des Todes; als Schlange am Baum verweist sie auf den Sündenfall, auf die Vertreibung aus dem Paradies und den Tod als weltliches Ende vor der Wiederauferstehung. Wie Linnebach ausführt, sind die Haarbilder zum Totengedenken im Allgemeinen wenig christlich: Christliche Trosttexte und Sinnsprüche fehlen häufig, ebenso wie eindeutig christlich-religiöse Bildmotive. Beliebt waren hingegen romantische Trauermotive wie Trauerweiden, Urnen oder Grabmale. In diesem Haarbild finden sich mit Kreuz, Schlange und Trauerweide Elemente aus beiden Bildwelten. Es steht zu vermuten, dass das Haarbild anlässlich des Todes eines Familienmitglieds aus den Haaren mehrerer Angehöriger angefertigt wurde und als Sinnbild und Versicherung der familiären Zusammengehörigkeit über den Tod hinaus diente.

Die Rahmung der Haararbeit innerhalb des Kastens und der üppige goldene Holzrahmen entsprechen dem bürgerlichen Geschmack um die Jahrhundertmitte: Gold- und Silberborten kamen ebenso wie goldgeprägte und gestanzte Eckverzierungen mit den 1840er-Jahren in Mode und waren bis in die 1870er-Jahre weit verbreitet.

Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.

Last updated: 12.12.2025

Contact

Institution:

Museum Europäischer Kulturen

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Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.