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Kaffeetrinkerin

Ident. Nr.: HF 503

ObjID: obj:2387406

Details (expert)

Involved
Entwurf: Johann Christian Wilhelm Beyer (27.12.1725–23.03.1796),
Bildhauer*in
Ausführung: Ludwigsburger Porzellanmanufaktur (exist. 1758-2016),
Hersteller*in
Dating
um 1766
Geographical references
Dimensions
Höhe: 19 cm
Breite: 14,5 cm
Tiefe: 15 cm

Object Description

In nachlässiger Haltung schenkt sich eine freizügig bekleidete Dame Kaffee ein. Sie hat das rechte Bein über das linke geschlagen. Neben ihr steht ein Tischchen, deren Fuß aus zwei Delphinen mit ineinander verflochtenen Fischschwänzen besteht. Darauf steht die Kaffeekanne, aus der sie sich mit der rechten Hand in eine Tasse mit Untertasse Kaffee einschenkt. Diese balanciert sie auf der linken Hand.
Die in sich verschränkte, dabei höchst elegante Haltung ist charakteristisch für den Bildhauer und Modelleur Christian Wilhelm Beyer, dessen Ludwigsburger Porzellanfiguren zu den delikatesten der Rokokoepoche zählen. Das Grundmodell der Figur entspricht der Waldhornspielerin aus der Ludwigsburger Figurenfolge der "Musiksoli", für die Beyer ebenfalls die Modelle schuf. Der Genuss von Kaffee zählte im 18. Jahrhundert ebenso wie das Musizieren zu den Vergnügungen der Hocharistokratie, für die auch das damals exklusive Porzellan bestimmt war.
Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befindet sich eine formgleiche Dekorvariante (Inv. Nr. DM 38). // ClKa

Last updated: 25.11.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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"Die in Gelb, Manganviolett und Grün bemalte Fayenceterrine lässt erst auf den zweiten Blick erkennen, dass sie als solche wirklich verwendbar ist: Sie besteht aus zwei Teilen, einem Korpus und einem Deckel. In größtmöglichem Naturalismus wurde ein Weißkohlkopf nachgebildet. Die einzelnen Blätter und Adern sind plastisch geformt. Den Deckelknauf bildet eine Frucht, wohl eine Eichel. Terrinen in Kohlkopfform oder auch als Wildschweinköpfe gestaltet, Pastetendosen in Form von Rebhühnern, Fasanen oder Kaninchen und Butterdosen in Melonenform finden sich auf den gedeckten Tafeln der Barock- und Rokokozeit in großer Vielfalt. Immer sind sie detailreich modelliert und täuschend echt bemalt. Da das exklusive Porzellan im 18. Jahrhundert noch den fürstlichen Auftraggebern vorbehalten war, stellte Fayence eine beliebte Alternative für weitere Kreise der Aristokratie und des betuchten Bürgertums dar.In ganz Europa orientierte man sich bei der gedeckten Tafel am französischen Vorbild, dem 'service à la française'. In Versailles sah das höfische Zeremoniell seit Ludwig XIV. eine Trennung zwischen der Tafel der Hauptgerichte aus symmetrisch angeordneten Terrinen und Platten und der figürlich gestalteten Desserttafel vor. Zum 'premier service' gehörten Ragouts, Pasteten und die 'Pot à oille', ein Eintopf aus in der Brühe gegartem Fleisch und Gemüse. Auch die Kohlkopfterrinen fanden hier ihre Aufstellung. Zugleich spiegelt sich in den illusionistisch gestalteten, tierförmigen Gefäßen die aufs Mittelalter zurückgehende Tradition der Schaugerichte wider.Die 1763 gegründete schlesische Fayencemanufaktur in Proskau nahm sich in der Anfangszeit Modelle der Straßburger Fayencemanufaktur zum Vorbild, zu deren charakteristischen Produkten auch Kohlkopfterrinen zählten." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 139)Marke: P (Unterseite, in Mangan aufgemalt)ClKa

Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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