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Tafelbild mit der Taufe Christi und des Volkes

Ident. Nr.: 11612

ObjID: obj:2388716

Details (expert)

Dating
verbale Datierung: spätes 19. Jahrhundert
Geographical references
Material / Technique
Dimensions
Höhe: 53,5 cm
Breite: 44 cm
Tiefe: 3 cm

Object Description

Alle vier Evangelien berichten von der Taufe Christi im Jordan durch Johannes, bei welcher der Heilige Geist in Gestalt einer Taube erschien und eine Stimme vom Himmel herab die Worte sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“. In diesen Worten sah die Kirche die erste Offenbarung des göttlichen Wesens Christi. Deshalb nennt man das Fest der Taufe am 6. Januar Theophanie, die Erscheinung Gottes. Es gehört zu den zwölf Hochfesten der orthodoxen Kirche (Dodekáorton).

Die Ikone zeigt die Taufe Christi vor einem goldenen Hintergrund nach dem üblichen Schema: Auf dem linken Ufer des Jordan steht Johannes vor hoch aufgetürmten Felsen und tauft den nackten Christus durch Handauflegung. Rechts neigen sich drei Engel mit ehrfürchtig verhüllten Händen. Über dem Haupt Christi schwebt eine kleine Taube als Symbol des Heiligen Geistes, und darüber ragt ein halbrundes Bildfeld über einer Reihe grauer Wolken in den oberen Rand der Ikone hinein. Es trägt die Darstellung des mit beiden Händen segnenden Gottvaters Sabaoth in hellen Gewändern, so dass vertikal die Dreifaltigkeit abgebildet ist.

Die Besonderheit der Ikone besteht darin, dass sie die Taufe Christi mit der darunter wiedergegebenen Taufe des Volkes (Mt 3,6; Mk 1,4; Lk 3,3) kombiniert, die sehr selten dargestellt wurde. Wieder steht Johannes auf dem linken Ufer des Jordan und tauft eine Gruppe von Männern, die nur mit einem Tuch um die Hüften bekleidet (aber nicht vollkommen nackt wie Christus!) im Wasser stehen und ihre Hände vor der Brust zusammengelegt haben. Auf diese Szene bezieht sich die kirchenslavische Inschrift auf dem linken Rand: Synaxe des heiligen und ruhmreichen Propheten und Vorläufers Johannes des Täufers, der Titel des Gedenkfestes für Johannes am 7. Januar. Auf dem braunen Rand der Ikone ist oben in schwarzer Zierschrift der Bildtitel zu lesen: Die heilige Epiphanie unseres Herrn Jesu Christi.

Auf den Seitenrändern der Ikone sind zwei Heilige dargestellt, die in keinem Zusammenhang mit dem zentralen Bildthema stehen. Es sind wahrscheinlich die Patronatsheiligen der Auftraggeber der Ikone. Auf dem linken Rand ist der hl. Märtyrer Tryphon gemalt, auf dem rechten die hl. Märtyrerin Paraskeva, die mit ihrer überdimensionierten Hand dezidiert das altgläubige Kreuzeszeichen zeigt. Da auch Christus mit einer ähnlichen Geste die Täuflinge im Bildfeld unter ihm segnet, kann man davon ausgehen, dass die Ikone für Angehörige der Altgläubigen gemalt wurde, die sich in der Mitte des 17. Jahrhunderts den von Patriarch Nikon eingeführten Reformen verweigert hatten und u. a. an der alten Haltung der Finger beim Bekreuzigen festhielten.

Weitere Inschriften:
Oben neben Gottvater: Herr Sabaoth
Über Johannes: Heiliger Johannes der Vorläufer

(Eva Haustein-Bartsch, 2020)

Last updated: 29.05.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Junge Frau

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Die grazile Frauengestalt, in Mieder und einem bodenlangen, die Füße vollständig bedeckenden Kleid gehüllt, ist in einer ausgewogenen Torsion dargestellt. Dem leicht einwärts gekehrten Spielbein, das sich unter dem vom Wind erfassten Stoff deutlich abzeichnet, antwortet der nach links gewendete Oberkörper, während der Kopf sich wiederum über die rechte vorgeschobene Schulter neigt. Die schwungvolle Körperbewegung wird durch die gleichmäßigen, von allen Seiten fein ausgearbeiteten Gewandfalten effektvoll nachgezeichnet. Von gleicher handwerklicher Raffinesse ist die Ausarbeitung der anmutigen Physiognomie und des am Hinterkopf zum Knoten geschlungene Haares. Über die Identität der kleinen Figur lässt sich nur spekulieren. Die frei angesetzten Unterarme mit den zur Seite ausgerichteten und zum Gebet zusammengefalteten Händen, sind wohl eine spätere Ergänzung. In den frühesten Inventareintragungen (1655 und 1757), als sich die Statuette noch in der Brandenburgisch-Preußischen Kunstkammer befand, wurde sie mal mit Turm, mal mit Kelch beschrieben, womit sie eindeutig als hl. Babara zu identifizieren wäre.Bislang konnte kein Künstler dem Werk eindeutig zugeordnet werden. Allerdings finden sich von dem in Regensburg tätigen Maler Albrecht Altdorfer (1480-1538) einige Zeichnungen, in denen nicht nur der gleiche Frauentypus vorkommt, sondern auch ein ganz ähnlicher Körperaufbau mit geradezu identischen Faltenzügen. Es ist daher plausibel, den Autor dieser anmutigen Mädchenfigur in Regensburg, im Umkreis Albrecht Altdorfers zu suchen.

Heiliger Nikolaus

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