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Heilung des alten Tobias

Ident. Nr.: AE 467

ObjID: obj:2394036

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Meister der Tobiaslegende (um 1500),
Zeichner*in
Date(s)
um 1510/1530
Dimensions
Durchmesser: 23,4 cm

Object Description

Die Hauptszene in einem Innenraum zeigt die Heilung des alten Tobias (Tobit) durch seinen Sohn, den jungen Tobias. Die vorhergehende Heimkehr des Sohnes ist im Blick aus dem Fenster in einer weiten Landschaft dargestellt. Die Szene ist Teil der alttestamentlichen Überlieferung über den gottesfürchtigen Tobit, der erblindet und durch göttliche Hilfe geheilt wird, indem der Erzengel Raphael seinem Sohn ein Heilmittel aus einem Fisch weist, der als Christussymbol gilt.
Die Rundscheibe basiert vermutlich auf einer unbekannten Zeichnung des Meisters der Tobiaslegende, der womöglich auch selbst Glasmaler war. LL
CVMA 98707

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR