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Deckelkrug mit teetrinkender chinesischer Familie

Ident. Nr.: HF 15

ObjID: obj:2402074

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Ausführung: Johann Christoph Horn (1698 - um 1760),
Bemalung
Date(s)
um 1723
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Meißen
Dimensions
Höhe: 20,9 cm (Deckelhöhe)
Höhe: 16 cm (ohne Deckel)
Breite: 14,5 cm

Object Description

Eiförmiges Gefäß mit Ohrhenkel und flach gewölbtem Deckel. Die vergoldete Silbermontierung besteht aus ziseliertem Bandelwerkfries bzw. Blättchenrand. Als Daumenrast eine gekrönte Sirene. Am Deckelrand eine Applike und in einer Lilie endende Voluten.
Die Bemalung in Unterglasurblau und Aufglasurfarben Eisenrot, Hellbraun, Dunkelbraun und Gelb.
Dargestellt ist eine teetrinkende, chinesisch aussehende Familie auf einem zerklüfteten Terrainstreifen sowie ein Felsen mit Trauerweide und Pflaumenzweigen. Darin schaukelt ein weiterer Chinese in einem Tuch, das ein zweiter, auf dem Felsen sitzender Mann festhält.
Die unterglasurblaue Marke ist ungewöhnlich: Sie weist einen gegitterten Rhombus und ein chinoises Schriftzeichen "A" oder "H" im Doppelring auf.

In der Kombination von japanisch inspirierter Formgebung, chinoiser Malerei und fein ziselierter, dem europäischen Barockstil entsprechender Montierung ist der Krug ein typisches und exquisites Beispiel für die Meißener Produktion der 1720er Jahre. Zugeschrieben wird die Malerei Johann Christoph Horn. Vergleichsbeispiele bei S.Bursche, Meißen, Kat. Berlin (KGM) 1980, S. 180-182, Kat. Nr. 138

ClKa

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa