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Kavalier im Schlafrock aus der Kusshandgruppe

Ident. Nr.: HF 214

ObjID: obj:2421602

Details (expert)

Creator/Entity
Entwurf: Johann Joachim Kaendler (1706 - 1775),
Porzellanmodelleur
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Date(s)
um 1737
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Meißen
Dimensions
Höhe: 14,2 cm

Object Description

Der Kavalier gehört zu der Dame Inv. Nr. HF 212, die ihm den Kopf entgegenneigt. Er kommt auf sie zu, rafft mit der Linken seinen Schlafrock und wirft ihr mit der Rechten eine Kusshand zu. Außergewöhnlich feine Bemalung: eisenroter Schlafrock mit schwarz-goldenem Blütenmuster, Aufschläge und Futter durch hellbraun-grau, Kniehose und Haarschleife schwarz, Schnallen golden, Pantoffel gelb, Haare braunschwarz.
Das Modell für Dame und Kavalier schuf Kaendler im Dezember 1736. Die Gruppe basiert auf dem Kupferstich "Le baiser rendu" von Pierre Fillœuil, 1736 erschienen, nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Pater. Dieses geht mit dem Gegenstück "Le baiser donné" auf eine Verserzählung von Jean de Lafontaine zurück.
Ohne Marke, Ritznummer "42" auf der Standfläche.
Lit. mit Vergleichsobjekten: Meissen. Steinzeug und Porzellan des 18. Jahrhunderts Kunstgewerbemuseum Berlin, bearb. v. Bursche, Stefan, Berlin 1980, Kat. Nr. 302f.
ClKa

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa