Logo

Allegorie auf den Baseler Frieden von 1795

Ident. Nr.: 1911,133

ObjID: obj:2428278

Details (expert)

Involved
Entwurf: Karl Heinrich Schwarzkopf (1763 - 1.12.1846),
Bildhauer*in
Entwurf: Johann Gottfried Schadow (1764 - 1850),
Bildhauer*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Hersteller*in
Dating
1792
Geographical references
Material / Technique
Porzellan, weiß, glasiert
Dimensions
Höhe x Breite: 31 x 20 cm

Object Description

Inventareintrag: „Porzellangruppe, weiß glasiert. Allegorie auf den Frieden zu Basel 1795. Auf rundem, senkrecht geschnittenen Sockel Friedrich Wilhelm II. in Plattenrüstung mit Hermelinmantel, stehend, neben ihm ein geflügelter Genius, der der sitzenden Europa die Palmenzweige reicht. Hinten Nemesis mit Rad und Stab. Umschrift: Europa pacem iustam. Berlin 1795 Marke Szepter im Sockel“.
Anmerkung: Die Rundgruppe verherrlichte ursprünglich Friedrich Wilhelm II. als Vermittler beim Frieden von Jassy 1792, der den Konflikt Österreichs und Russlands mit den Türken beendete. Aufgrund des ersten Koalitionskrieges wurde sie zurückgestellt und 1795 als Allegorie auf den Basler Frieden umgewidmet.
Modell: 1211 „Allegorische Gruppe von 4 Figuren, vorstellend, wie Europa den Palmenzweig von dem Frieden als Jüngling überreicht bekommt. Haupt.Figur: der König Friedrich Wilhelm II., durch dessen thätig. Vermittlung wird der Friede mit Russland, Oesterreich und der Pforte geschlossen, der König giebt also durch seine Vermittlung Europa den Frieden, die Nemesis ist die Göttin des Krieges und der Gerechtigkeit: sie eilet schnell zur Rage, wenn Ungerechtigkeiten sich ereignen sollten.“, davor ergänzt: „Juni 92“
Abbildungen vergleichbarer Stücke in der Literatur: Schmitz 1910-1911, Abb. 119 – Lenz 1919, S. 73, Abb. 14 – Hofmann 1932, S. 361, Abb. 374 – Köllmann 1966, Taf. 159, Köllmann/Jarchow 1987, Abb. 191.
Von der Figurengruppe ist nur der Kopf der Europa erhalten.
(Heim 2016, Krüger Verlustverz. Nr. 156)
MAKR

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR