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Das Fest des Bohnenkönigs

Ident. Nr.: KdZ 2821

ObjID: obj:2431700

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Jacob Jordaens (1593-1678),
Zeichner*in
Date(s)
Herstellung: 1640-1645
Provenance
Barthold Suermondt (1818-1887),
bis 1874
Dimensions
Blattmaß: 18,3 x 25,4 cm (an der Ecke u. r. ein schmaler Streifen Papier angesetzt)
Wasserzeichenmaß: 14 x 11 mm (Fragment)
Acquisition
1874 von Barthold Suermondt, Aachen, erworben

Object Description

Jordaens schuf viele gezeichnete und gemalte Varianten dieses beliebten Themas. Geschildert wird ein flämischer Brauch am Dreikönigstag, der am 6. Januar gefeiert wird: In einen Kuchen wurde eine einzelne Bohne eingebacken. Ihr Finder wurde zum König des Festes gekürt. Er wählte eine Frau zur Königin, alle anderen Teilnehmenden übernahmen "Hofämter", etwa das des Narren, des Schatzmeisters oder des Musikanten. 
Im Zentrum der Zeichnung sitzt der König mit einer Krone aus Pappe auf dem Kopf und hebt sein Glas - seine vorrangige Aufgabe bestand im Trinken, während alle Anwesenden riefen "Der König trinkt!". Um ihn herum wird laut zur Melodie des Dudelsackspielers gesungen und einander zugeprostet, neue Speisen werden hereingetragen, von denen wiederum einiges vor dem Hund in Sicherheit gebracht werden muss. Hinzu kommen alltägliche, aber nicht unbedingt festtaugliche Verrichtungen wie das Säubern eines Kinderpopos vorn links.
Die Darstellung spielt mit dem Tausch sozialer Rollen: Für einen Tag darf man ein König sein. Die höfische Gesellschaftsordnung wird imitiert, Rangordnungen werden spielerisch verkehrt. Zugleich haben die verschiedenen Versionen des Themas auch einen moralischen Unterton: Die ausgelassene Stimmung, die über Mimik und Gestik transportiert wird, scheint kurz vor dem Kippen, das Singen ist kurz davor, zu entgleiten. Und so warnt die Darstellung vor übermäßigem Alkoholgenuss, vor Völlerei und Kontrollverlust. Gerade die gemalten Varianten sind oft mit dem Sinnspruch "Niemand ist dem Narren ähnlicher als ein Betrunkener" versehen. Das ausgelassene Familienfest wird so mit der Mahnung zur Mäßigung verschränkt.
Interessant ist eine Zeichnung im Königlichen Museum der schönen Künste in Antwerpen mit sehr ähnlicher, noch um mehrere Figuren erweiterter Komposition: Eine Klappe links an der Stelle des Kinderpopos verdeckt eine trinkende junge Frau und lässt so zwei Varianten des Bildes entstehen - die Berliner Zeichnung wird also nach der Antwerpener entstanden sein. Mit ihrer Kolorierung und der Fülle an ausgearbeiteten Details entstand sie vermutlich für den freien Markt.

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Kupferstichkabinett

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