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Kreuzigung Christi

Ident. Nr.: 1944,18 (42)

ObjID: obj:2435115

Details (expert)

Date(s)
13./Anfang 14. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Material / Technique
Blei-Zinn-Legierung, gegossen
Dimensions
Objektmaß: 43,7 x 30 x 2,2 mm
Gewicht: 13,4 g

Object Description

Flachguss, hochrechteckig. Das hochrechteckige Bildfeld wird von einer Architektur gerahmt. Den unteren Rand bildet eine Arkade aus fünf auf schmalen Säulen ruhenden Bögen. Rechts wird das Bildfeld von einem Perlstab begrenzt. Dies war sicher auch auf der anderen Seite der Fall, das Objekt ist dort aber auf der ganzen Länge beschädigt. Oben erscheint eine stramingemusterte Dacharchitektur mit Ansätzen von Giebelelementen und links den fragmentarischen Resten einer Figur. Letztere war ursprünglich sicher auch auf der anderen Seite dargestellt. Das Objekt ist auch in diesem Bereich stark ausgebrochen. Links oben können Reste einer Öse vermutet werden. Auf einer Horizontallinie, wenig oberhalb der Arkaden stehend, ist eine Kreuzigungsgruppe dargestellt. Der Gekreuzigte erscheint stilisiert, die angewinkelten Beine ragen nach links. Das Lendentuch ist durch einige nach rechts unten laufende Falten angedeutet. Das überdimensionale Haupt ist von einem Kreuznimbus umgeben. Die Arme sind stark abgewinkelt. Es handelt sich um eine Kreuzigungsdarstellung im Viernageltypus. Die Nägel in beiden Händen und beiden Füßen sind mit kugeligen Köpfen dargestellt. Flankiert wird der Gekreuzigte von zwei nimbierten Figuren.Die linke Gestalt stellt offenbar Maria dar, die sich mit beiden Händen zum Kreuz neigt, die rechte, kleinere, die ein Buch (?) in der Hand hält, Johannes. Über dem Horizontalbalken sind links eine Sonne und rechts eine liegende Mondsichel dargestellt. Auf der Rückseite verläuft vertikal ein Verstärkungsgrat, bei dem es sich auch um die Reste einer Nadel handeln könnte. HK

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa