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Walzenkrug mit Chinesen im Kampf mit Drachen und Löwen

Ident. Nr.: 1941,44

ObjID: obj:2452256

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Date(s)
um 1735
Dimensions
Höhe: ohne Montierung 14,1 cm

Object Description

Inventareintrag: "Walzenkrug, Porzellan, mit silbervergoldetem Deckel und Fußreif. Bunte Bemalung: zwei gewappnete Chinesen im Kampf mit zwei Drachen und einem Löwen (?) links und rechts von einem dicken Bambusstamm mit beblätterten und blühenden Trieben. Seitlich rechts rotblühende Mumezweige an knorrigem Stamm, links in der Luft Drache und Schmetterling. Der Boden angedeutet durch grünen Rasen und braunem Erdstreifen. Rot eingefaßte purpurne Rautengitterborten mit halben roten Päonienblüten. - Stilistisch Adam Friedrich v. Löwenfinck nahestehend. Hauptwerk der flächenhaften Chinoiserie im Kakijemon Stil.
Schwertermarke einmal in Scharffeuerblau am Rand des unglasierten Boden, eine in blauer Schmelzfarbe in der Mitte. Am Fußreif: Dresdener Beschau Meisterzeichen Jahresbuchstabe N=1738 (?) im Deckel: SW"
Das Stück war während des II. Weltkrieges im Schloßkeller III verlagert und gilt als verschollen. MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa