Zwei nackte Mädchen
Ident. Nr.: B UHP 40/13
ObjID: obj:2457846
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1925
- Additional titles
- Collection title: Zwei nackte MädchenOriginal title: Deux jeunes filles nuesTranslation: Two Nude Girls
- Provenance
- Erwerbungsart ungeklärt: Tristan Tzara,
spätestens 1959-1963Nachlass/Vermächtnis: Nachlass von Tristan Tzara,
1963-mindestens 1988Auktion: Hôtel Drouot,
1988Kauf (?): Privatsammlung,
spätestens 1991-vermutlich 1997Auktion: Christie's,
1997Kauf: Sammlung Nahmad,
1997-2002Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2002-2010 - Material / Technique
- Öl auf Leinwand
- Dimensions
- Höhe x Breite: 75 x 59 cmRahmenmaß: 104 x 85 x 4 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2457846
Object Description
1926 veröffentlichte Ernst in seiner Mappe „Histoire naturelle“ als Nummer 34 eine Frottage mit dem Titel „Eva, die Einzige, die uns bleibt“ (vgl. „L’Écurie du sphynx“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch). Zu sehen ist ein Frauenkopf von hinten, der auf eine nicht näher definierte Fläche an der rechten Seite des Bildes einen Schatten wirft. Das Motiv des von hinten betrachteten Frauenkopfes taucht in dieser Zeit mehrmals im Werk von Ernst auf – als Einzeldarstellung oder eingebunden in eine größere Komposition wie in dem Gemälde „Deux jeunes filles nues“ (von dem es eine weitere Version gibt, WVZ Spies/Metken 1976, 3, 964, vgl. 944–948). Auch hier ist rechts eine Art Wand angedeutet, auf die das Gewand eines der beiden Mädchen einen Schatten wirft. Worin die Nacktheit der Dargestellten besteht, bleibt ein Geheimnis. Allenfalls die obere Kopfpartie des rechten Mädchens erinnert an die altsteinzeitliche „Venus von Willendorf“ (Naturhistorisches Museum Wien), Inbegriff erotischer Blöße. Statt deren kugelrunder Brüste taucht in dem Gemälde von Ernst nur eine reifenartige Kreisform auf, von einer Hand vor die rechte Figur gehalten. Durch sie ist nicht der Körper des Mädchens, sondern der hellblaue Hintergrund zu erkennen, nebst einem weiteren, kleinen roten Kreis. Das erotische Vergnügen, auf das der Titel hoffen lässt, entpuppt sich als alogisches Spiel von Inhalt und Form, Offenbarung und Leere, bei dem sich die weibliche Nacktheit als Hohlform erweist, in die sich die Betrachter:innen hineindenken müssen. | Kyllikki Zacharias
Last updated: 17.04.2026
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