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Reisebesteck in einem Lederfutteral

Ident. Nr.: O-1990,93 a-h

ObjID: obj:2458922

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Johann V Beckert (um 1725),
Goldschmied*in
Date(s)
1765 - 1767
Material / Technique
Silber, vergoldet
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: Futteral 4 x 29,5 x 12,5 cm

Object Description

Beschreibung der Karteikarte: Reisebesteck in länglichem Etui (a) mit abgerundeten Ecken. Zwei Silber-vergoldete Verschlußhaken und -ösen. Der Holzkasten ist mit geschwärztem Leder, darin gepreßt ranken u. Vögel, belegt, innen mit rosefarbenem Samt und Goldborte ausgeschlagen.
Zum Besteck gehören Gabel (b), Vorlagegabel (c), Messer (d), kombinierter Eier- und Marklöffel (e), Löffel (f), Gewürzdose (g) und Eierbecher (h). Gabel und Löffel haben Spaatenmusterstiele mit umlaufender Rille (=Fadenmuster) und Ornamentdekor - ein, auf einem Ast sitzender Vogel, von Muschelwerk gerahmt. Die Griffe des Messers und der Vorlegegabel ebenfalls mit Fadenmuster und Ornamentdekor, enden in einem runden, abgeflachten Knauf. Der Marklöffel zeigt eine Blumenranke. Eine solche ziert auch die halbrunde Kuppa des beidseitig zu verwendenden Eierbechers, während die ovale Schale den Vogel, Muschelwerk und Blumen zeigt.
Die Gewürzdose, innen dreigeteilt, mit geschweiftem Umriß, ruht auf 4 Krallenfüßen. In dem Deckel sind ein Vogel inmitten eines Blumenstraußes, von Muschelwerk gerahmt, getrieben.
Das Besteck stammt aus dem Besitz des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz und ging als Leihgabe zur Ausstellung Deutscher Kunst 1650-1899 ins Residenzschloß Darmstadt (1914).
Beschauzeichen Augsburg 1765/67 Meisterzeichen mit Ausnahme der Dose bei Seling Nr. 2392 = Johann V Beckert, Meister seit 1749
Dose evtl. bei Seling Nr. 2470 = Christian Laminit, Meister seit 1761(CLME)
Das Reisebesteck wurde restituiert.
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa