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Aidez l'Espagne

Ident. Nr.: B UHP 116/13

ObjID: obj:2464783

Credit: Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Joan Miró (1893 - 1983),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1937
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Aidez l'Espagne
Helft Spanien
Translation: Aid Spain
Material / Technique
Pochoirdruck
Dimensions
Höhe x Breite: 24,5 x 19,5 cm
Acquisition
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Object Description

Spanien befand sich seit dem 13. Juli 1936 im Bürgerkrieg, nachdem die Generäle der faschistischen Falange gegen die im selben Jahr gewählte Volksfrontregierung aus Republikanern, Sozialisten, Kommunisten und Syndikalisten geputscht hatten. Auf Bitten von Christian Zervos, Verleger unter anderem der Zeitschrift „Cahiers d’Art“, entwarf Miró den Siebdruck „Aidez l’Espagne“, der zu einer Geldspende für die Kriegsopfer aufruft. Das persönliche Statement unterhalb des Siebdruckes nimmt den politischen Konflikt zum Anlass einer Beschwörung der eben nicht nur ästhetisch begriffenen Kraft des „Schöpferischen“: „Im gegenwärtigen Kampf sehe ich aufseiten der Faschisten zerstörerische Kräfte. Auf der anderen Seite aber das Volk, dessen immense schöpferische Kräfte Spanien eine Schwungkraft (élan) verleihen werden, die die Welt in Erstaunen versetzen wird.“ Ganz entsprechend hat Miró die konventionelle Formel des Mannes mit erhobener Faust als Verkörperung des Widerstandes durch die von ihm erarbeiteten künstlerischen Verfahren in ein genuines Kunstwerk verwandelt: extreme Vergrößerung einzelner Körperteile, Zerlegung des Körpers in freie, organoide Farbflächen beziehungsweise piktogrammartige Kürzel (Auge, Sonne, Mond); die Farben werden nicht imitierend, sondern als poetische Metaphern eingesetzt und generieren gewissermaßen aus sich heraus Bedeutung: Schwarz und Weiß als Gegensatz von Licht und Dunkel, Gut und Böse. Rot und Gelb sind auch die Farben Spaniens und Kataloniens. Blau ist, so Miró, „die Farbe meiner Träume“ (vgl. WVZ Dupin 1999, 147). | Oliver Seifert

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

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Während seines Aufenthalts auf dem Baumwollkolchos „Lenin“, den Vogeler auf seiner Reise in den Südkaukasus im Sommer 1939 besuchte, fuhr er auch in das angrenzende Hochgebirge. Dort hielt er die baumlose grüne Berglandschaft und das Leben der kurdischen und armenischen Hirten in schriftlichen Aufzeichnungen und etlichen Bildern fest. Ein Ergebnis dieser Eindrücke ist das Gemälde „Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin“ (A III 288), das eine Gruppe von Hirtinnen und Hirten auf einem Bergplateau zeigt. Dem vorausgegangen waren die Studie „Versammlung kurdischer Hirten“ (A III 287) sowie eine Vielzahl an Zeichnungen und Aquarellen, die sich ebenso wie die Studien zu seinen anderen Reisen zum Teil im Kupferstichkabinett, Berlin, befinden. Auch das Gemälde „Armenische Hirten“ (A III 289) ist diesem Entstehungskontext zuzurechnen. Mit den genannten Werken gab Vogeler einen Einblick in das einfache, traditionsverbundene Leben der Hirten sowie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in dieser politisch so umkämpften Region aufeinandertrafen. Sie zeigen auch die Veränderungen auf, die mit der „Eingliederung“ in die Sowjetunion verbunden waren, die Dichotomie zwischen Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, wie sie in dem 1940 entstandenen Gemälde „Sowjetgut Lissogorsk, Armenien“ (A III 290) zu erkennen ist. Während sich im Hintergrund jenes Bildes vor den beeindruckenden grünen Bergrücken des Nordkaukasus die modernen weißen Stallgebäude des Sowjetgutes erstrecken, sieht man im Vordergrund die traditonellen braunen Jurten der einheimischen Bevölkerung. | Maike Steinkamp

Liebespaar

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Die kleinplastische Aktdarstellung eines Mannes, der eine Frau bedrängt, wurde 1972 von der seit 1924 in Dresden existierenden Galerie „Kunstausstellung Kühl“ als eine undatierte Arbeit des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) erworben, der von 1911 bis 1924 in Dresden gelebt hatte. Diesem Umstand entsprechend wurde das Werk nach dem Ankauf mit der Angabe 1923/1924 publiziert (Realismus und Sachlichkeit. Aspekte deutscher Kunst 1919–1922, Berlin [Ost] 1974, S. 221, Kat.-Nr. 320). Stilistisch passt es aber eher zu den um 1937/1938 entstandenen späten Arbeiten. Die Verfasserin des Voll-Werkverzeichnisses äußerte 1994 Zweifel an der Urheberschaft des Bildhauers. Zwar entspreche die bewegte Szene mit den stämmigen Körpern durchaus dessen Darstellungsweise, doch gebe es auch deutliche Unterschiede: „Eine so dünne, glatte Sockelplatte zum Beispiel findet sich nirgends bei Voll […]. Ausschlaggebend für den Zweifel ist jedoch die Körperauffassung. […] Gesichter und Körper sind vereinfacht, erscheinen naiv und ungelenk. […] Das gesamte Œuvre Volls kennt keine solche Kombination von glatten, fast starren plastischen Formen und einem ausgesprochen erzählerischen Bewegungsmotiv. […] Insofern ist es eher unwahrscheinlich, daß die Bronze von Voll stammt. Vielleicht gehört sie zu einem der anderen Dresdener Bildhauer, deren Œuvre[s] nur bruchstückhaft zugänglich sind, beispielsweise Eugen Hoffmann“ (Anne-Marie Kassay-Friedländer, Der Bildhauer Christoph Voll, 1897–1939, Worms 1994, S. 228 f.). | Dieter Scholz

Bildnis Käthe Kollwitz

Bildnis Käthe Kollwitz

Bereits 1911 hatte Käthe Kollwitz (1867–1945) zwei frühe Arbeiten Haim-Wentschers gesehen, woraufhin ein kollegialer Austausch zwischen den beiden Künstlerinnen begann, der zu einer langen Freundschaft wurde. Im Februar 1926 ließ sich Kollwitz von Haim-Wentscher porträtieren. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstarkes, ernstes Bildnis, in dem die charakteristischen Gesichtszüge der Künstlerin und der für sie typische Haarknoten prägnant herausgearbeitet sind. Offensichtlich war Kollwitz zufrieden mit dem Resultat. Im April schrieb sie der Malerin Mathilde Rüstow: „Die Arbeit von Tina Haim ist zuletzt doch sehr gut geworden, ich freue mich. Hab auch lang genug gesessen“ (Käthe Kollwitz Archiv, Akademie der Künste Berlin, Nr. 335, zit. nach Annette Seeler, Käthe Kollwitz. Die Plastik, München 2016, S. 223). Haim-Wentscher schuf das Porträt zunächst in Gips. Die Fassung aus Tonmergel, die sich heute in der Nationalgalerie befindet, wurde 1927 vom Freistaat Preußen erworben. Vermutlich handelte es sich um ein Auftragswerk, denn der 60. Geburtstag von Kollwitz stand kurz bevor. Noch bis 1931 arbeitete Haim-Wentscher erfolgreich in Berlin – dann gewann sie eine Schiffspassage nach Ostasien, die sie gemeinsam mit ihrem Mann antrat. Aufgrund der politischen Verhältnisse kehrten die beiden Künstler nicht nach Deutschland zurück, sondern ließen sich nach verschiedenen Stationen in Asien in Australien nieder, wohin sie 1940 zunächst als „enemy aliens“ deportiert worden waren. | Maike Steinkamp