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Studienblatt: Zwei Frauenköpfe und weibliche Akte

Ident. Nr.: KdZ 3239 verso

ObjID: obj:2473727

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Peter Paul Rubens (1577 - 1640),
Zeichner*in
frühere Zuschreibung: Anton van Dyck (1599 - 1641),
Zeichner*in
nach: Tizian (1488/90 - 1576),
Maler*in
nach: Cornelis Bos (1506–1556),
Stecher*in
Date(s)
Herstellung: 1598-1600
Systematics/Type
Provenance
Matthäus Merian der Jüngere (1621-1687),
798273
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg und Herzog in Preußen (1620-1688),
1688
Friedrich Wilhelm I. König von Preußen (1688-1740),
174976
Königliche Bibliothek ,
ca. 1780-1814
Überweisung: Königliche Akademie der Künste zu Berlin,
1814-1831
Dimensions
Blattmaß: 18,3 x 14,1 cm
Acquisition
1831 von der Königlichen Akademie der Künste an das neu gegründete Kupferstichkabinett überwiesen

Object Description

Die Zuschreibung dieses Versos an Rubens war wiederholt Gegenstand der Diskussion in der Forschung. Das Recto hingegen gilt seit den 1950er-Jahren unzweifelhaft als von der Hand des Künstlers. Anne-Marie Logan weist darauf hin, dass kein Fall bekannt ist, in dem Rubens ein Blatt mit einem anderen Künstler gemeinsam benutzt hat. Sollte dies hier dennoch zutreffen, kann der Zeichner nur ein enger Werkstattmitarbeiter gewesen sein, denn andere Personen hatten keinen Zugriff auf Rubens' eigene Zeichnungen. Das jüngste Werkverzeichnis von Logan und Belkin listet die Zeichnung als eigenhändig. 
Rubens kopierte hier nach Druckgraphiken: Die beiden Köpfe gehen auf zwei Sibyllen in Tizians großformatigem Holzschnitt Triumph des Glaubens zurück, die Figurenstudien auf einen Kupferstich von Cornelis Bos nach Perino del Vaga mit Jupiter und Callisto. Rubens schuf 1613 ein Gemälde mit diesem Thema (Hessen Kassel Heritage, Kassel).

Last updated: 13.10.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)