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Deckelkrug

Ident. Nr.: O-1969,46

ObjID: obj:2564205

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Jacob Koch II ( - 27.12.1619),
Zinngießer*in
Date(s)
Herstellung: um 1600
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Nürnberg,
Stadt
Material / Technique
Zinn, gegossen
Dimensions
Höhe: 20,7 cm

Object Description

Deckelkrug mit schlankem, oben in einem Viertelkreisprofil, unten in einer weichen Kurve stark ausladendem Mantel auf drei mit Köpfchen besetzten Volutenfüssen. Auf dem Mantel eine breite Mittelzone mit gleichmässigen Hammerschlägen, darüber und darunter je eine schmale Zone mit Bändern und Blättchen in Reliefguss. Oben an dem vortretenden Viertelkreisprofil und unten am Rand je ein Stab mit Buckelornament. Auf dem Deckel, der in Profilen zum Deckelknopf ansteigt, ein Rundprofil mit drei Masken in Kartuschen und Blattornamente in Reliefguss. (Hintze II, Nr. 152 b)

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa